26. Februar 2008

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Aussichtsreicher Kandidat für den Münchner Stadtrat

Ergänzend zu unserem Vorbericht über die bayerischen Kommunalwahlen weisen wir auf Florian Roth hin. Der 40-jährige Hermannstädter kandidiert am 2. März auf einem aussichtsreichen Platz 8 der Liste 3 (Bündnis 90/Die Grünen) für den Münchner Stadtrat.
Geboren wurde Florian Roth 1967 in Hermannstadt, den er als „multikulturellen Ort“ der drei größten Ethnien, Rumänen, Ungarn und Deutsche, bezeichnet. Politisch „vorbelastet“ ist er schon durch seine Familie: Sein Großvater, Hans Otto Roth, war einer der bedeutendsten siebenbürgisch-sächsischen Politiker der Zwischenkriegszeit und Senator im Bukarester Parlament, der als Hitler-Gegner im Zweiten Weltkrieg politisch kaltgestellt wurde und 1953 in kommunistischer Haft im Ghencea-Gefängnis starb. Auch sein Vater, Herbert Roth, verbrachte sechs Jahre in politischer Haft im kommunistischen Rumänien. „Der Kampf gegen jede politische Unterdrückung war mir so schon aufgrund meiner Familiengeschichte in die Wiege gelegt“, schreibt Dr. Florian Roth auf seiner Webseite.

Als Roth drei Jahre alt war, kamen seine Eltern nach München. In der bayerischen Landeshauptstadt wuchs er auf – Moosach, Harlaching, Glockenbachviertel waren seine bisherigen Stationen –, ging hier in die Schule und studierte von 1986-1991 Philosophie, Politische Wissenschaft und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1995 promovierte er in Politologie bei Prof. Kurt Sontheimer über „Die Idee der Nation im politischen Diskurs der Bundesrepublik Deutschland zwischen Neuer Ostpolitik und Wiedervereinigung (1969 - 1990)“.

Politisch geprägt hat ihn der Protest gegen die Nachrüstung Anfang der 80er Jahre. In eine Partei, Bündnis 90/Die Grünen, trat er erst 1994 ein, einen Tag nach dem letzten Wahlsieg Helmut Kohls. „Ich hatte den Dicken wirklich dicke“, schreibt Roth. Schwerpunkte seines politischen Engagements sind ein weltoffenes und multikulturelles München, Kulturpolitik, Bildungspolitik, Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung, Politik für eine liberale Großstadt. Von 2001-2007 war er Münchner Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, zurzeit ist er einer der Sprecher des Arbeitskreises EinwanderInnen und Flüchtlinge sowie Initiator der grünen „Kultur-Initiative München“ (KIM).

Beruflich leitet er die „Schul- und Bildungsberatung International“ – eine Einrichtung des städtischen Schulreferats, die Migrant(innen) in verschiedenen Sprachen in Schulfragen berät, interkulturell vermittelt und konzeptionelle Arbeit für ein interkulturelles Bildungswesen leistet. Der 40-Jährige tritt damit in die Fußstapfen seiner Mutter, Waltraut Roth, die Leiterin der Schulberatungsstelle für Aussiedler und Ausländer in München war.

Zudem ist der Siebenbürger Sache freiberuflich als Lektor, Organisator und Moderator von Veranstaltungen sowie als Dozent für Philosophie und Politik in der Erwachsenenbildung (Volkshochschule) tätig. In der Philosophie beschäftigt er sich vor allem mit Friedrich Nietzsche, Platon, Heidegger und der Frankfurter Schule.

Schlagwörter: Kommunalpolitik, Wahlen, München

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