14. September 2007

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Lesung Hans Bergel: Ein literarischer Höhepunkt

Als ein Höhepunkt wurde die am 1. August d.J. in Hermannstadt veranstaltete Literaturlesung des bei München lebenden Schriftstellers Hans Bergel aufgenommen. Der Er­zähler und Essayist erfüllte die Erwartungen des Publikums im randvoll besetzten „Spiegel­saal“ des „Forum“-Gebäudes und gestaltete den Abend im Rahmen der Siebenbürgisch-sächsischen Kulturwoche zum besonderen Ereignis.
Es war nur natürlich, dass die Organisatoren der Woche vom 1. bis zum 8. August in Zusam­menarbeit mit dem Münchner Bundeskultur­refe­rat den Autor der Romane „Der Tanz in Ketten“ (1977), „Wenn die Adler kommen“ (1996) und „Die Wiederkehr der Wölfe“ (2006) in die Euro­päische Kulturhauptstadt des Jahres 2007 einluden. Bergel schuf sich spätestens in den zurückliegenden anderthalb Jahr­zehnten durch Literaturlesungen und Vorträge von Sighet bis Bukarest eine wachsende treue Leser- und Zuhörerschaft. Hans Bergel (rechts) im Gespräch mit dem ...Hans Bergel (rechts) im Gespräch mit dem Stell­vertretenden Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius. Foto: Beatrice Ungar Seit November 2006 trat er in Hermannstadt mit einem Vortrag zur Proble­matik der technischen Wissenschaften an der Militärakademie (24. November 2006) und einem Literaturabend im Café „Erasmus“ (27. November 2006), dazu mit einer Literaturle­sung in Klausenburg (25. November 2006) auf, gefolgt von einem Festvortrag über Schiller in Bukarest (1. Juni 2007) und einer Darlegung über die Diktaturen des 20. Jahrhunderts vor der Academia Civică in Sighet (12. Juli 2007).

Am 5. August las Hans Bergel, wie von vielen erwartet, eine Passage aus „Die Wiederkehr der Wölfe“; er hatte den dramatischen Schluss des Romans gewählt: Verschleppungen der Deut­schen Südosteuropas in die UdSSR, Kriegsende, Bildung des bewaffneten antikommunistischen Widerstands in den Südkarpaten. Die düster-eindrucksvollen Textbilder, konzentriert und mit genauer Diktion vorgetragen, verfehlten ihren Eindruck nicht – erst nach längerer Stille setzte der Applaus ein. Ganz anders der zweite Teil der Lesung: Zwei Proben aus einem neuen Buchmanuskript, das, so der Untertitel, „Bilder eines abenteuerlichen Lebens“ enthält.

In „autobiographischen Fragmenten“ berichtet der Autor außergewöhnliche Begebenheiten seines auf vielfache Weise bewegten Lebens, die er „nach Maßgabe ihrer epischen Eignung“ aussuchte. Humorvoll und mit souveräner Selbst­ironie bot er Glanzstücke der Kurzerzählung, für die das Publikum mit temperamentvollem, lange anhaltendem Beifall dankte.

Dessen Herzlichkeit stellte Dr. Udo Peter Wag­ner von der Universität „Lucian Blaga“ ab­schließend heraus. Als Kenner der Vita und des Werks hatte Dr. Wagner den „wie eh und je sportlichen Verfasser des ersten Romans über den rumänischen Kommunismus, ‚Der Tanz in Ketten’, und des ersten grundlegenden Romans der Abrechnung mit der NS-Diktatur in Sie­benbürgen, ‚Die Wiederkehr der Wölfe’“, einführend vorgestellt.

S. L.

Schlagwörter: Kulturhauptstadt, Bergel, Lesung

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