9. August 2018

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Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen: DAS Kronenfest

Gleich morgens am 14. Juli auf der Böhmwiese wurde nach einem Jungknecht gesucht, der es schaffen könnte, zur Krone zu steigen. Da erinnerte man sich an einen jungen Jungknecht, an Felix Wagner. Der war hocherfreut, nichts lieber als das, Klettern ist seine Leidenschaft. Dabei sind die neun Meter eine Kleinigkeit, viel größer das Problem: Mit wem soll er den Ehrentanz tanzen. Eine Freundin? Nein, aber eine Schwester, die Maria. Die hingegen musste erst von ihrer Arbeit geholt werden. Sie und ihre Freundinnen, Miriam Heckel und Katharina Meyndt, waren für den Teig zuständig. Unsere Hochachtung! So jung und ein Teig, der mit vielen Helfern zu den wunderbarsten Baumstriezeln wurde und über die Ortsgrenze hinaus, bis Dietramszell, bekannt war. Die holten gleich 25 Stück. Nicht nur der Baumstriezel hat sich einen Namen gemacht, auch die „Mici“ und der „Gratar“ (Holzfleisch) von unseren Grillmeistern. Für die Vegetarier gab es erstmals „Kukuruz“ (Mais), der aber auch Nichtvegetariern mundete.
Der Posaunenchor eröffnete und begleitete den Gottesdienst. Pfarrer Dr. Theo Heckel begann mit den Worten: „Die Posaunen haben soeben verkündet, dass das Kronenfest für Petrus und Paulus beginnen kann“. Ja, heute wird hier die Orgel durch den Posaunenchor ersetzt, der Himmel verdrängt die Kirchendecke, der Lüster wird zur Krone und ich bekomme eine Gänsehaut. Ein wahrer Feldgottesdienst.

Nach einer kurzen Begrüßung unserer Vorsitzenden Ursula Meyndt sagte Bürgermeister Michael Müller ein paar Worte über die Vertreibung und über unsere Tradition. Die Bundesvorsitzende Herta Daniel überbrachte Grüße vom Vorstand des Verbandes. Zum ersten Mal besuchte uns Werner Kloos, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern, und würdigte das Kronenfest „als das letzte große Fest vor der Ernte“, vergaß aber nicht Dinkelsbühl und „unsere Burg“, Schloss Horneck in Gundelsheim, zu erwähnen.Felix Wagner lässt Bonbons aus der Krone regnen. ...Felix Wagner lässt Bonbons aus der Krone regnen. Foto: Kerstin Wagner Ein Fest ohne Tanzgruppen gibt es nicht, stellte Iris Maurus, unsere Kulturreferentin, fest und führte gekonnt durchs Programm. So traten unsere drei Tanzgruppen auf, darunter auch unsere jüngste Gruppe, die immer sicher von Doris Ongerth geleitet wird. Sie muss sich wegen Nachwuchs keine Sorgen machen. Die zahlreichen Nachfolger sitzen schon im Kinderwagen und nuckeln am Daumen. Bei der Schülergruppe unter Erika Fernolend wird leider im September aus dem vierblättrigen Kleeblatt ein dreiblättriges, da zwei frisch konfirmierte Mädchen zur Jugendgruppe wechseln. Später durften sie schon gemeinsam mit der Jugendtanzgruppe, geleitet von Ingo Untch, den „Hettlinger Bandritter“ tanzen. Für die Krone holten Johann Depner und Doris Ongerth die dazu passenden Blumen aus München, um sie mit vielen Helfern zu binden. Danke.Zu den Ehrengästen des Kronenfestes in Geretsried ...Zu den Ehrengästen des Kronenfestes in Geretsried zählten sowohl die Bundesvorsitzende Herta Daniel (2. von links) als auch der Landesvorsitzende Werner Kloos, flankiert von der Vorsitzenden der Kreisgruppe, Ursula Meyndt (links), und Kulturreferentin Iris Maurus. Foto: Wiltrud Wagner Herr Heckel betonte: „Zu einem Fest gehören nicht nur Essen, Trinken, sondern auch viel Vorbereitung, viel Mühe und Arbeit, die aber erst perfekt sind, wenn man nichts davon merkt. (… ) Den Geist der Gemeinschaft zur Gemeinschaft, all dies zusammen, das kann man nicht vorbereiten, aber man wird belohnt mit dem Wunder der Gemeinschaft“. Und das haben alle gemeinsam erreicht. Viele, die den Ablauf kennen, meinten: Ohne Kerstin und Peter Wagner wäre dieses Fest nicht möglich gewesen. Das stimmt, aber ohne all die vielen Helfer hätte man nie solch eine Mammutarbeit durchführen können. Es war alles gut durchdacht, sogar eine neue Tischdekoration stand in Form von sächsischen Väschen mit Blumensträußchen auf jedem Tisch. Später war die Bar ein ganz wichtiger Standort. Allen unseren herzlichsten Dank, auch den Kuchenbäckerinnen und Kaffeeproduzenten, deren Produkte schnell verzehrt wurden. Nicht vergessen sind die vielen Grillmeister und Baumstritzelspezialisten, die in der Hitze auch die Grillwärme ertragen mussten. Ein Dank auch dem Chor unter Renate Klemm, den man dank der heurigen Technik von Thomas Kieltsch sehr gut hören konnte. Auch die Tradition wurde durch das „Reservisten Blasorchester“ bewahrt, das fleißig aufspielte. Selbst die Moderne blieb nicht auf der Strecke. „D‘Soxen Bengel‘s“ mit Misch, Edy, Dani und noch einmal Misch spielten zum Tanz. Selbst die Worte des Pfarrers „Lasst uns friedlich miteinander leben“ wurden lebendig, als während des Gottesdiensts mehrere junge Spaziergänger, deren Weg an unserem Festplatz vorbeiführte, mit ihren Kindern und Fahrrädern stehen blieben, ihre Hände falteten und mitsangen. Ein schönes Bild, das ein Beispiel und ein Anfang werden könnte.

Wiltrud Wagner

Schlagwörter: Geretsried, Kreisgruppe, Kronenfest

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