31. Januar 2015

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Deportationsgedenken in Fürth

Als Auftakt zur monatlichen Vortragsreihe im Rahmen der Fürther Nachbarschaft im neuen Jahr organisierten wir am 15. Januar eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Flucht, Vertreibung und insbesondere der Deportation der Siebenbürger Sachsen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Im Saal des Gemeinschaftshauses der St. Paulskirche Fürth, der bis auf den letzten Platz besetzt war, begrüßte die Nachbarschaftsmutter Rosel Potoradi die vielen Besucher ganz herzlich, wünschte ein gesundes, friedvolles neues Jahr, viele gute Begegnungen und interessante Vorträge.
Mit besonderem Applaus wurden Studiendirektor a.D. Horst Göbbel, der Referent der Veranstaltung, und der Nürnberger Singkreis unter Margarete Schuster begrüßt. Mit dem Lied „Tief in Russland, in Stalino, steht ein Lager stets bewacht“ stimmten dann die Sängerinnen die Besucher musikalisch und thematisch auf das Thema der Gedenkveranstaltung ein. Zusammen mit dem Fürther Chor erklang anfangs noch „Do derhim blähn de Valcher“, ein sicher oft angestimmtes Lied der Vertriebenen, fern der Heimat. Während des äußerst kompetenten und vielseitig dokumentierten Wort-Bild-Vortrages „Schicksalsjahr 1945 – Siebenbürger Sachsen am Scheideweg“ gelang es dem Referenten, das Schicksal der Siebenbürger in das Weltgeschehen einzubauen angesichts der Tatsache, dass sich in diesem Jahr viele historische Ereignisse jähren. Neben der Darstellung der erschütternden geschichtlichen Vorkommnisse der Kriegs- und Nachkriegsjahre ging der Referent auch der Frage nach, wie wir, 70 Jahre danach, damit umgehen, und wies auf die umfangreiche Fachliteratur zu dieser Thematik hin. In den Vortrag harmonisch eingebaut wurde die Begrüßung der Siebenbürgerin Brigitte Köber, die im August 1945 in Stalino geboren wurde. Der Banater Zeitzeuge Friedrich Eberle berichtete über die Not im Arbeitslager und die zermür­bende Zwangsarbeit. Katharina Bota bereicherte die Veranstaltung mit einem Gedicht­ und brachte einen Beweis dafür, wie das damalige Elend in der Lyrik verarbeitet wurde.

Vor und nach dem vielseitigen Vortrag hatten die Besucher Gelegenheit zum Betrachten einer kleinen Ausstellung mit Heimatbüchern sowie Zeichnungen der Maler Adolf Kroner, Friedrich von Bömches, Friedrich Eberle und Erika Durban zum Thema Deportation. Die vereinigten Singgruppen rundeten die Veranstaltung mit dem Lied „O Herr, gib Frieden“ ab. Dank erging an alle, die an diesem Nachmittag bei der beeindruckenden Gedenkveranstaltung dabei waren.

Rosel Potoradi

Schlagwörter: Gedenken, Deportation, Fürth

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