Schwein gehabt - Geschichten über den Soxen Pitz

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Erstellt am 23.05.2011, 19:15 Uhr und am 23.05.2011, 19:16 Uhr geändert.
Ja , es gibt ihn, den Soxen Pitz – die beliebteste Ulknudel im Herzen des Burzenlandes. Er ist gerade die berüchtigten 66 Jahre jung geworden und freut sich darüber, dass das Leben erst jetzt so richtig beginnen darf. Seines Erachtens durchlebt er eine unaufhaltsame Verjüngerungskur, welche wohl durch die Nimmerwiedersehen-Auswanderung seiner Frau, zu verdanken ist. Soweit zu den überwundenen Turbulenzen seiner Lebensgeschichte.


Heute ist Viehtag im ungarischen Neudorf und da muss er hin, um an der Regionalbörse mit zu kurbeln. Erst spült er sich den Mund mit Kompostgeige (Kompestgech = Sauerkrautsaft), kämmt sich mit seinen spitzen Fingernägeln und greift zu seinem Kleiderkorb nach dem alten Adjuvantensacko, das er zum Viehmarkt gerne anzieht. Darin fühlt er sich wie ein General, weil er so von den Einheimischen mit einem schmeichelhaften "Vine patronul!" begrüsst wird. Eine Maus huscht verstört aus dem Korb davon und der Soxesch Pitz ruft hinterher: „Hee dat, dech der Daiwel…!“

Als er in seiner unendlich tiefen Hosentasche den Führerschein sucht, findet er zunächst nur die angeknabberte Speckschwarte und wirft sie der langweilten Katze zu.: „Noch en Maus em Haus and ech schmeiss dech raus…!“


Bevor er in seine ausgerostetete Dacia steigt, jagt er erst die von ihm aufgeschreckten Hühner davon. Durch ein fehlendes Autofenster genossen sie offensichtlich nicht nur den nostalgischen Konfort des rumänischen Kult-PKW, sondern fühlten sich vor den aufdringlichen Stall-Ratten etwas mehr in Sicherheit. Sowas funktioniert gut bis der Pitz die Ruhe stört. Natürlich muss er ja immer wieder aufpassen, um sich nicht auf ein frisch gelegtes Ei hinzusetzen. Er findet zwei Eier unter dem Sitz und steckt sie vorsichtig in unberechenbare Hosentasche. Das Frühstück ist gerettet - denkt er sich - holt zwei quitschzappelnde Ferkel aus dem Stall, schmeisst sie in den Kofferaum und murmelt: „No hi, schloft - aver scheisst dezent…“


Als er sich wohl etwas zu hastig in den Wagen setzt, platzen die frischen Hühnereier. Frühstück futsch, aber er ist froh dass überhaupt der Motor anspringt.
Kurz vor Neudorf stoppt ihn ist Polizeikontrolle. Laut neuesten EU Regelungen werden illegale Verkehrsteilnehmer auf den rumänischen Straßen strenger geprüft. Besonders heute vor Neudorf , wo die 2 PS Bio-Wagen nur so daher rattern.


Oje, jetzt fällt dem Pitz ein: der Führerschein liegt bakteriell geschützt im Kühlschrank. Dort friert er meistens versehentlich sein Geld ein, samt Brieftasche und Inhalt. Das passiert nun mal, wenn die Einkaufstüte nie geleert wird. Vor zwei Wochen hatte er nämlich im zeidner Penny Angebot ein Schnäppchen gejagt: frisch importierte Fischdosen extra aus Japan. Und nun steckt der Führerschein in seinem Kühlreaktor. Die Lage ist radioaktiv.
Pitz sagt sagt zielstrebig zum Polizisten auf rumänisch Teufel komm raus: „Moment, in portbagaj este totul super OK “, und öffnet den Kofferraum. Operation Ablenkungsmannöver gelungen. Die zwei Ferkel jagen in Panik davon und suchen das Weite. Pitz rennt schimpfend hinterher, aus seiner Hosen tropfen die frischen Eier, aber so entgeht er auch diesmal den strengen EU Regelungen…

Schwein gehabt, denn die Polizisten wurden überrumpelt, vom drängelnden Anmarsch-Verkehr des folgenden Bio-Viehmarktkonvois.

(Klaus Dieter Untch)

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