18. November 2017

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Sektion Karpaten des DAV: Wege markieren in den Karpaten

Die Initiative stammte von Klaus Gündisch (56), in München erfolgreicher Touren- und Expeditionsleiter der Sektion Karpaten mit langjähriger Bergerfahrung: „Schon in meiner Schulzeit half ich bei Markierungen in den Karpaten mit.“ Seine Motivation für diese Aktion: „Markierungen der Bergwege sind für alle Wanderer lebensnotwendig und ohne diese ist eigenverantwortliches Wandern nicht möglich“. Zu ökologischem Verhalten wurden alle Heltauer Bergfreunde schon sehr früh angehalten.
Der älteste Siebenbürgische Karpatenverein SKV ist seit 1996 wieder aktiv in Siebenbürgen. Klaus‘ Wunsch war eine Zusammenarbeit mit diesem und dem „Salvamont“ in Rumänien. Letzterer ist für die Markierung der Bergwege zuständig. Die Absicht, mit einer Gruppe der Sektion bei Markierungen der Karpatenwege zu helfen, sollte gleichzeitig einen Beginn der Zusammenarbeit zwischen den Vereinen anregen. Es war anfangs schwierig, die richtigen Ansprechpartner in Rumänien zu finden. Leichter war es, eine Truppe von ehrenamtlichen Helfern in der Sektion zu begeistern. „Meine Heltauer Schul-, Jugend- und jetzt Sektionsfreunde haben sich sofort für diese Aktion angemeldet, darunter auch Klaus Simonis, Tourenleiter in der Sektion.“

Zusammen mit dem Vorsitzenden des SKV Rumänien, Marcel Șofariu, wurden die Routen festgelegt. Der wichtigste Mann, der letztendlich diese Woche vor Ort organisierte, war Tomas Bross, stellvertretender Vorsitzender des SKV Rumänien, Vorsitzender des SKV Ţara Făgărașului, und über 40 Jahre Leiter des Salvamont Viktoria. Markierungstruppe im August 2017 vor dem „Refugiu ...Markierungstruppe im August 2017 vor dem „Refugiu Viștea Mare“: in der Mitte (in Blau) Silviu und Alexandru Fogoroș, Salvamont Victoria; hinten (in Rot): Klaus Gündisch und rechts Klaus Simonis, beide Sektion Karpaten. Foto: Heinz Gündisch Zehn Heltauer, alle Mitglieder der Sektion Karpaten, starteten im Sommer Richtung Siebenbürgen. Am 26. August begann das Vorhaben in Viktoriastadt. Marcel Șofariu, Ioan Bodnar, beide SKV, und Silviu Fogoroș, Salvamont, empfingen die Gruppe. Es wurden Essensvorräte für vier Tage eingekauft und das Abenteuer im Viștea Mare-Tal begann. Auf der holprigen, ausgewaschenen Forststraße ging es sehr bald zu Fuß weiter. Die vielen Vorräte in den Rucksäcken erschwerten den Aufstieg. Froh war die Gruppe beim Anblick des „Refugiu Valea Viștei“, ein Biwak-Iglu, das für die nächsten Nächte Lager bot.

Die nächsten Tage waren Arbeitstage für alle. Allen voran Klaus Gündisch, dem nichts entging. Neben dem „Drachenhaus“ wurde ein Wanderweg von umgestürzten Bäumen und herabhängenden Ästen befreit. Im Sâmbăta-Tal wurden mit Axt und Säge Wege gesäubert, mehrere Markierungsstangen abgebaut, neu gestrichen und wieder aufgestellt. Vom Hauptkamm, unter dem Moldoveanu-Gipfel (2544 m) bis hinunter durch das Viștea-Tal wurden nach Anweisung von Silviu mit Farbe und Pinsel auf Steine Markierungen gemalt und der Müll eingesammelt. Oft stand die Gruppe mit den Markierungsarbeiten vor zwei möglichen Wegvarianten. Die Notlösung war: Tomas Bross anrufen und den Standort berichten. Tomas wusste immer Bescheid und gab über Telefon die richtigen Anweisungen. Ein Abstecher auf den Moldoveanu, eine traditionelle Pilz-Tocană im Refugiu waren nur zwei der vielen Entschädigungen für die Gruppe. Nach vier Nächten auf Isomatten und arbeitsintensiven Tagen war das „Drachenhaus“ mit warmer Dusche wie ein Geschenk.

„Es war nicht nur Arbeit, sondern auch eine erlebnisreiche Woche mit Alpenrosen, Gämsen, Preiselbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Quellwasser und Ţuică“, so Doris Müller, die wie alle anderen überzeugt ist, dass sie im nächsten Jahr die Aktion wiederholen möchte.

„Man hat auch eine ethische Verpflichtung für solche Aktionen wie diese, wenn man auf die Berge dieser Welt steigt. Und warum nicht eine Aktion in den Heimatbergen?“ Klaus Gündisch und Klaus Simonis haben beide gemeinsam einige 6000er in der Welt bestiegen. Sie freuen sich aber genauso, mit Freunden in den Karpaten ein gutes Werk zu tun. „Die Aussicht auf weitere Aktionen in den Karpaten, oder Projekte mit einer länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Vereinen finde ich sehr gut.“ Tomas Bross wird zusammen mit Klaus Gündisch im Sommer 2018 ein ähnliches Projekt leiten. Die jetzige Gruppe ist wieder dabei.

Heidrun Negura

Schlagwörter: Sektion Karpaten des DAV, Karpaten, SKV

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