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20. September 2017

Verbandspolitik

Sparkurs des Verbandes dient der Zukunftssicherung

München - Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland hat umfängliche Sparbeschlüsse zur Haushaltskonsolidierung gefasst. Die tendenziell abnehmende Mitgliederzahl - Ende 2016 zählte der Verband um 256 beitragszahlende Mitglieder weniger als ein Jahr zuvor - und gesunkene Anzeigenerlöse bei gleichzeitig gestiegenen Betriebskosten machen diesen Schritt erforderlich, um die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit des Vereins weiterhin zu gewährleisten. Daher hat nun der Bundesvorstand auf Vorschlag der Bundesvorsitzenden Herta Daniel Sparmaßnahmen beschlossen, die sowohl die Siebenbürgische Zeitung (SbZ) und die Verwaltung als auch den Auslagenersatz der Ehrenamtlichen betreffen. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 24 mal kommentiert.

  • gogesch

    1gogesch schrieb am 26.09.2017, 22:26 Uhr:

    Der Vorwurf "eine beträchtliche Anzahl von Besuchern unseres Heimattages vom Kauf der Festabzeichen absehen wird oder nicht" ist eine Unterstellung, die mit der Realität so viel nicht zu tun hat. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge wird nicht zu vermeiden sein.
    --- und wo liegt das Problem?
  • Doris Hutter

    2Doris Hutter schrieb am 26.09.2017, 23:49 Uhr:

    Solange es Heimattagsbesucher gibt, die es als "besonders geschäftstüchtig" ansehen, sich um ein Festabzeichen herum zu mogeln, hat es mit der Realität doch was zu tun und zeigt eine gewisse Geisteshaltung oder schlicht das Unwissen, dass solch Veranstaltungen auch gehörig Kosten verursachen. Aber das (mit viel Aufwand) möglichst zu unterbinden reißt uns finanziell nicht gerade heraus.

    Die Mitgliedsbeiträge erheben, führt allerdings regelmäßig auch zu Austritten. Wir machen es uns damit nicht leicht, weil wir immer noch an die vielen Rentner denken, die jeden Euro umdrehen müssen.
    Beitrag am 27.09.2017, 01:15 Uhr von Moderation geändert.
  • Augenstern

    3Augenstern schrieb am 27.09.2017, 13:29 Uhr:

    Gogesch, Doris Hutter hat leider Recht. Und was beim Heimattag um sich greift, gibt es bei den Veranstaltungen der Kreisgruppen schon lang. Am beliebtesten sind die Veranstaltungen, bei denen kein Eintritt verlangt wird.
    Die andere Unart ist die, Familie, Freunde und Verwandte frei zu halten. Als Vorstandsmitglied oder Helfer sitzt man ja an der "Quelle". Dass diese Quelle einmal versiegen kann, daran denken die wenigsten.

    Die Motivation, aus Idealismus etwas für die Gemeinschaft zu machen, nimmt leider rapide ab. Und die Versuche, mit Geld gegenzusteuern, reißen das Loch immer größer auf.

    Beitragserhöhung?? Ich kann mich noch gut an die Diskussionen vor der letzten Beitragserhöhung erinnern, wo die meisten jammerten als ob sie am Hungertuch nagen würden. Die armen Rentner zahlen, weil die Zeitung ihre letzte Möglichkeit ist, noch etwas zu erfahren. Und die Kinder und Enkel kommen dann und holen sich die Zeitung bei Oma und Opa, weil sie ja schon bezahlt ist.

    Vielleicht wäre eine Mitgliedschaft ohne Zeitung, dafür ein paar Euro günstiger eine Option???

    In diesem Sinne, hoffen wir dass der Verband nicht Pleite macht!!!
  • gogesch

    4gogesch schrieb am 27.09.2017, 18:46 Uhr:

    Dieser Hoffnung schließe ihc mich an, da ich überzeugt bin, dass die Zeitung sehr wichtig für unsere noch irgendwie existierende Gemeinschaft ist. In dieser zeitung ist der sächsische Anteil unseres Lebens dokumentiert. Ich würde über eine Online-Zeitung für den Anteil der Mitglieder nachdenken, die damit was anfangen können. Lieber weniger Exemplare als weniger Inhalte drucken.
    Ich hab seit 9 Jahren, seit ich unsere Teilnahme am Trachtenumzug in Dinkelsbühl organisiere, alle Abzeichen so aufgehängt, dass ich sie täglich sehen muss, wenn ich zu Hause bin.
  • Doris Hutter

    5Doris Hutter schrieb am 27.09.2017, 23:04 Uhr:

    Respekt für das Organisieren und die neunmalige Teilnahme am Heimattag!
    Wir brüten gerade über dem Abzeichen 2018. Da sollten wir uns besonders bemühen, damit das "Jubiläum" bei Ihren Erinnerungsstücken eine schöne runde Sache wird, oder?!
  • H. Binder

    6H. Binder schrieb am 28.09.2017, 10:38 Uhr:

    Die abnehmende Mitgliederzahl unseres Verbandes ist nicht zuletzt auch auf den Umgang der Verbandsführung mit seinen Mitgliedern zurück zu führen. Meinungen, die nicht unbedingt denen der Verbandsführung entsprechen oder Missverständnisse werden nicht besprochen sondern teils von der Zensur gelöscht oder die Verfasser beschimpft.
    So geht es nicht!!!!

    Die Zeitung als einziges Organ die unsere Landsleute überhaupt noch verbindet, darf auf keinen Fall irgendwelchen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Auch Kürzungen sind nicht angebracht. Eher sollte auf Ausgaben wie unnötige Reisen u.a. verzichtet werden. Es wäre sinnvoll, wenn die Verbandsführung in ihrem Jahresbericht auch eine Bilanz über die Finanzen veröffentlicht und zur Diskussion stellt.

    Dass Herr Dr. Fabritius dem neuen Bundestag nicht mehr angehört, war vorauszusehen.
    Seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten sind dabei nicht betroffen und ich hoffe, dass er seine übernommenen Aufgaben auch weiterhin zur Zufriedenheit unserer Landsleute tätigt.


  • Bir.Kle.

    7Bir.Kle. schrieb am 28.09.2017, 16:22 Uhr:

    Wenn "ein Sparkurs gefahren werden muss" oder "Sparmaßnahmen eingeleitet werden müssen", scheint die Situation bereits ziemlich ernst zu sein - wenn nicht sogar besorgniserregend oder alarmierend.
    Es stellt sich doch unweigerlich folgende Frage: "Für welche Zeitspanne ist das beschlossene Sparpaket ausreichend?"
    Wenn die derzeitige Entwicklung (Mitgliederschwund) sich weiterhin fortsetzt - wovon leider ausgegangen werden muss - wird der Verband früher oder später erneut zum Handeln gezwungen sein. Wenn die Verantwortlichen dann den Sparkurs noch weiter verschärfen beziehungsweise "den Gürtel noch enger schnallen", besteht irgendwann die Gefahr des "Kaputtsparens".
    Insofern erscheint mir der verabschiedete Sparkurs eher nicht wie eine Maßnahme, die der Zukunftssicherung des Verbandes dient, sondern vielmehr wie der - aus meiner Sicht leider unvermeidliche - "Beginn des Sterbens auf Raten".

    Das Hauptproblem liegt meiner Meinung nach darin, dass die jungen Siebenbürger Sachsen, die für eine mittel- bis langfristig sichere Zukunft eines starken Verbandes unverzichtbar sind, in ihrer Mehrheit leider nur geringfügig oder gar nicht an den Belangen der Siebenbürger Sachsen interessiert sind.
    Ich finde es übrigens völlig unangebracht, diese jungen Menschen diesbezüglich mit irgendwelchen Vorwürfen zu konfrontieren, denn: Fast alle diese jungen Sachsen sind in Deutschland geboren und somit auch größtenteils in einem Nicht-Sächsischen Umfeld aufgewachsen. Demzufolge fehlt ihnen jene Bindung und Verbundenheit zur alten Heimat, die bei denjenigen vorzufinden ist, die zumindest einen geringen Teil oder gar erheblichen Teil ihres Lebens in Siebenbürgen verbracht haben.
    Hervorzuheben gilt, dass es auch unter den jungen und jüngeren Siebenbürger Sachsen erfreulicherweise Leute gibt, die sich mit viel Herzblut engagieren und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen oder bereits Verantwortung tragen.
    Doch es steht zu befürchten, dass die Anzahl dieser Menschen leider zu gering ist, um langfristig etwas zu bewegen und aufrecht zu erhalten.
    Meiner Meinung nach wird in spätestens zwanzig Jahren all das, was die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft ausmacht, zum Erliegen gekommen sein - ob nun der Heimattag in Dinkelsbühl, die vielfältigen Veranstaltungen der Kreisgruppen oder auch die Heimatortstreffen der HOGs - all das wird dann in seinen letzten Atemzügen liegen oder bereits Geschichte sein.
    Ich kann nur hoffen, dass ich mich diesbezüglich irre. Ich befürchte aber, dass es leider die traurige Realität ist, an der auch mit Sparmaßnahmen oder Erhöhungen der Mitgliedsbeiträge nichts zu ändern sein wird.

    Der Verband der Siebenbürger Sachsen erscheint mir angesichts des beschlossenen Sparkurses ein bisschen wie ein Patient in palliativmedizinischer Betreuung, wo eine Behandlung der Ursachen nicht mehr möglich ist und deshalb nur noch gegen die Symptome angekämpft wird.
    Beitrag am 28.09.2017, 16:37 Uhr von Bir.Kle. geändert.
  • Doris Hutter

    8Doris Hutter schrieb am 29.09.2017, 02:55 Uhr:

    Na prosit! Eine lange Trauerrede. Nicht gerade das, was unser Verband braucht.
    Wir sind auf der Suche nach Lösungen, neuen Ansätzen, Ideen, wie wir den Verband auch weiterhin attraktiv, interessant, herzerfrischend gestalten könnten.
    Vielleicht sind wir, die Verantwortlichen zu sehr mit den Alltagsproblemen eines Vereins beschäftigt und irgendwie betriebsblind geworden. Vielleicht wären Impulse von außen genau das Richtige, was wir brauchen könnten. Damit wären wir in der Vereinswelt in guter Gesellschaft, d.h. es geht vielen traditionellen Vereinen ähnlich.

    Es entstehen viele neue Vereine, die sich mit ganz speziellen Dingen beschäftigen. Manche sind sehr wertvoll und setzen sich für bewundernswerte Ziele ein. M.E. sind es oft oder meist Zweckgemeinschaften.

    Hat jemand eine Idee, wie unser Verband anders oder neu ausgerichtet werden könnte und dabei die Vielfalt, die wir anbieten, auch abdecken könnte?
  • gogesch

    9gogesch schrieb am 29.09.2017, 08:02 Uhr:

    Frau Hutter ist ihr Beitrag ernst gemeint?
    Seit vielen Jahren vermitteln die Führungsmannschaft unseres Verbandes den Eindruck eh alles besser zu wissen als alle anderen und zeigte damit eine ganz stark ausgeprägte Kritikunfähigkeit.

    Das Wasser muss Ihnen tatsächlich bis zum Hals stehen, dass Sie diesen radikalen Sinneswandel ans Tageslicht legen.

    Aber vielleicht ist es ja nicht zu spät.
  • ModiMaja

    10ModiMaja schrieb am 29.09.2017, 09:19 Uhr:

    Familienbeitrag pro Jahr 46,00€ auf 50€ anheben.

    Rentner ab 65 Jahren 40€ € Jahresbeitrag (mit Zeitung)

    Mitglied ohne Zeitung in Papierform 35€

    Familienbeitrag pro Jahr (nur mit Onlinezugang) 45€

    Dieses wäre eine Möglichkeit über die man nachdenken könnte.
    Über die Beiträge kann man Diskutieren.
  • gogesch

    11gogesch schrieb am 29.09.2017, 10:14 Uhr:

    Wir haben momentan die Generation Rentner, denen es am Allerbesten geht.
  • ModiMaja

    12ModiMaja schrieb am 29.09.2017, 10:33 Uhr:

    Es kommen auch andere Zeiten. Vorausschauende Planung wäre da von Vorteil.
    Ob es allen gut geht lassen wir mal dahingestellt.
    Mir hat ein Rentner die Mitgliedschaft bei Radio Siebenbürgen gekündigt weil er sich die 18€ Jahresbeitrag nicht mehr leisten konnte.
  • Doris Hutter

    13Doris Hutter schrieb am 29.09.2017, 17:01 Uhr:

    Danke für die konstruktiven Vorschläge und detaillierten Schilderungen! So kann sich jeder ein differenziertes Bild machen.

    Nein, gogesch, das Wasser steht uns noch nicht bis zum Hals! Aber wenn wir kritisiert werden, ist es nur recht und billig, konstruktive und umsetzbare Ideen und Vorschläge zu sammeln und mit in unsere Überlegungen einzubeziehen. Das tatkräftige Einbringen der Leute mit guten Ideen wäre uns noch lieber, Vorschläge aber natürlich auch. Die kommen schon auch aus dem Verband selber, klar, wir debattieren auch oft darüber, aber vielleicht haben Betrachter von außen die zündende Idee.

    Also, bitte her mit guten Vorschlägen!
    Danke schön im Voraus!
  • H. Binder

    14H. Binder schrieb am 29.09.2017, 18:41 Uhr:

    Nun es gibt natürlich Landsleute die sich einen Jahresbeitrag von € 46 nicht, oder nur schwer leisten können. Dafür gibt es aber auch genügend unserer Landsleute denen es sehr gut geht, für die auch höhere Beiträge leicht zu verkraften sind.
    Deshalb mein Vorschlag: Wer es mit unserer Gemeinschaft ernst meint, der sollte freiwillig einen höheren Beitrag von etwa € 60 pro Jahr oder mehr leisten.
    Persönlich möchte mich auf einen Mitgliedsbeitrag von € 60 festlegen und hoffe, dass auch andere Landsleute meinem Beispiel folgen. Dies heißt allerdings nicht, dass der Verband nicht weiter sparen soll.


    Beitrag am 29.09.2017, 18:42 Uhr von H. Binder geändert.
  • Bir.Kle.

    15Bir.Kle. schrieb am 29.09.2017, 18:55 Uhr:

    Um zu einer langfristigen Lösung zu gelangen, muss die Problematik sozusagen "von der Wurzel her angegangen werden".
    Wo die Wurzel meiner Auffassung nach liegt, habe ich bereits in meinem letzten Beitrag (Nr. 7) erläutert - und will es an dieser Stelle gerne nochmals wiederholen:
    Die heutigen jungen Siebenbürger Sachsen sind fast alle in Deutschland geboren und aufgewachsen. Die etwas älteren unter ihnen, die noch in Siebenbürgen das Licht der Welt erblickten, waren zum Zeitpunkt der Auswanderung so jung, dass sie kaum noch irgendwelche Erinnerungen an Siebenbürgen haben. Die Folge: All diese jungen Menschen haben - wenn überhaupt - nur eine geringe Bindung und Verbundenheit zur alten Heimat. Da sie kaum eine Beziehung zu Siebenbürgen haben, fehlt ihnen größtenteils auch das Interesse für die bzw. an den Siebenbürger Sachsen.

    Bei diesen jungen Leuten, von denen sich viele noch nicht einmal ansatzweise für die Siebenbürger Sachsen interessieren, kann man meiner Ansicht nach keine Begeisterung entfachen oder Interesse entflammen, indem man in irgendeiner Richtung am Mitgliedsbeitrag herumschraubt.
    Die meisten dieser jungen Menschen würden vermutlich selbst dann nicht dem Verband beitreten, wenn die Mitgliedschaft beitragsfrei wäre.

    Mit dem Herumwerkeln am Mitgliedsbeitrag kann man Neumitglieder akquirieren aus der Schicht derjenigen, die ohnehin an den Belangen der Siebenbürger Sachsen interessiert sind, jedoch bislang aus finanziellen Gründen auf eine Mitgliedschaft verzichtet haben. Zu dieser Personengruppe zählen unter anderem die Rentner.
    Was aber ist, wenn diese irgendwann nach und nach alle verstorben sind?
    Dann hat es sich wohl endgültig ausgeschraubt.

    Mit Diskussionen über die Gestaltung des Mitgliedsbeitrag befinden wir uns meiner Meinung nach auf dem Holzweg.
    Es bedarf ganz anderer Lösungsansätze: Wir müssen unsere Jugendlichen erreichen und bei ihnen Interesse für die Siebenbürger Sachsen erwecken!
    Beitrag am 29.09.2017, 19:24 Uhr von Bir.Kle. geändert.
  • Doris Hutter

    16Doris Hutter schrieb am 30.09.2017, 00:00 Uhr:

    Danke für die ausführliche Analyse, Bir.Kle! Mitgliedsbeitrag ist nur eine Schraube im Getriebe, klar.
    Aber wo sind die konkreten Ideen, was wir praktisch machen könnten? Womit begeistern wir die jungen Sachsen, die hier großgewachsen sind?
    Für Vorschläge dazu wäre ich echt froh!
  • H. Binder

    17H. Binder schrieb am 30.09.2017, 09:58 Uhr:

    Natürlich brauchen wir tiefer gehende Lösungsansätze, aber wenn wir schon von Anfang an gebrachte Vorschläge zerreden, werden wir kaum geeignete Lösungen finden.
    In erster Linie geht es doch darum unsere Zeitung zu unterstützen, damit sie auch weiterhin unsere Landsleute erreichen kann. Dazu sollten meiner Ansicht nach alle neuen Ideen aufgenommen werden, auch wenn es sich nur um einzelne Schrauben im Getriebe handelt.

  • marzi

    18marzi schrieb am 30.09.2017, 10:53 Uhr:

    @Doris Hutter
    Womit begeistern wir die jungen Sachsen, die hier großgewachsen sind?

    Junge Sachsen,wer sind die?
    Um diesen Personenkreis zu begeistern bedarf es eine komplettes umdenken vom Verband.
    Mann sollte über die Kreissgruppen Räume für die Jugend zur Vefügung stellen,wo sie sich treffen können.
    Fragt mal in den Gruppen nach wer alles ein Vereinsheim hat? Warscheinlich wenige.
    Wir probieren es, indem wir auf den Festen, sie als Bedienung mit ein paar Euro locken ,um die Stimmung mitzunehmen.
    Man kann und SOLLTE vom Verband in den noch Deutschen Städen, in Rumänien , irgendwelche Jugendhäuser zur Verfügung stellen,natürlich in den Ferien.
    Das deutsche Forum wird sicherlich behilflich sein.
  • Bir.Kle.

    19Bir.Kle. schrieb am 01.10.2017, 00:46 Uhr:

    @Doris Hutter
    "Womit begeistern wir die jungen Sachsen, die hier großgewachsen sind?"

    Frau Hutter, das ist meiner Ansicht nach eine äußerst schwierige Angelegenheit. Schlimmstenfalls ist der Zug sogar schon längst abgefahren.
    Ich bin davon überzeugt, dass ein Versäumnis in den neunziger Jahren vorliegt; damals, als die heutigen Jugendlichen noch Kinder waren, hätten diese von ihren Eltern allmählich "herangeführt" werden müssen, indem die Eltern mit ihnen Veranstaltungen der Kreisgruppen oder auch der HOGs besuchen. Wenn die Eltern ihre Kinder dann auch noch ermutigt hätten, sich aktiv zu beteiligen, beispielsweise in Tanz- oder Theatergruppen - umso besser! (All das ist in manchen Familien auch tatsächlich geschehen, aber leider in viel zu wenigen.)
    Der ganzen Sache mit Sicherheit nicht abträglich gewesen wäre auch mehrmaliger Urlaub in Siebenbürgen. Dabei meine ich nicht Urlaub, wo man in sein Heimatdorf fährt und dort zwei Wochen ausharrt. Man sollte die Kinder stattdessen über den Tellerrand blicken lassen, indem man mit ihnen Ausflüge und Rundreisen unternimmt und ihnen etwas mehr von der Schönheit unserer Heimat zeigt und erläutert - so weckt man Neugier, Begeisterung und Interesse!
    Aber wie soll das funktionieren? Wie sollen Erwachsene Interesse auf ihre Kinder übertragen, wenn es bei ihnen selbst kaum vorhanden ist? Viele wollen immer einfach nur in ihr Heimatdorf. Dafür hat jeder Verständnis, jedoch: Siebenbürgen ist weitaus mehr als nur das eigene Heimatdorf!
    Hinzu kommt noch ein weiterer Punkt: Anfang der neunziger Jahre hatten die Eltern kurz nach der Auswanderung ganz andere Kopfzerbrechen: Man musste sich in einem neuen Land und in einer fremden Umgebung einfinden und orientieren; Existenzsicherung hatte höchste Priorität: Etablierung in der Arbeitswelt/Berufsleben, Schulbildung und Ausbildung der Kinder, Bau oder Kauf eines Eigenheims.

    Letztendlich stellt sich die Frage, ob es noch möglich ist, dieses Versäumnis auszubügeln.
    Nun, ich glaube, dass bei den heute zwanzig- bis dreißigjährigen kaum noch etwas "herauszuholen" ist, weil hier die Entfremdung bereits zu groß ist. Diese jungen Leute sind größtenteils in Deutschland aufgewachsen, haben überwiegend Nicht-Siebenbürgische Freundeskreise, Nicht-Siebenbürgische Ehepartner/-innen etc. In dieser Altersgruppe gibt es meiner Meinung nach nur noch vereinzelte Ausnahmefälle, wo sich junge Sachsen für die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen begeistern lassen.

    Die einzige Chance besteht wohl darin, die Kinder dieser jungen Sachsen für unsere Gemeinschaft zu gewinnen. Da aber deren Eltern wie bereits erläutert allerhöchstens geringfügiges Interesse für die Belange der Siebenbürger Sachsen zeigen, ist davon auszugehen, dass diese ausfallen, wenn es darum geht, Interesse zu übertragen und Begeisterung zu entfachen.
    Das heißt also, dass die Großeltern gefragt sind: Das, was sie in den neunziger Jahren bei ihren Kindern versäumt haben, können sie nun bei ihren Enkelkindern nachholen.

    Alles in allem sei abschließend Folgendes angemerkt:
    Es reicht bei Weitem nicht aus, wenn wir immer nur unseren Verband in die Pflicht nehmen! Es bringt uns keinen einzigen Schritt voran, wenn wir dem Verband Unfähigkeit, Untätigkeit oder dergleichen vorwerfen.
    Stattdessen sollte sich jeder an die eigene Nase fassen und sich fragen, was sie/er tun kann. Denn nur, wenn jeder einzelne seinen Teil beiträgt, bekommen wir ein gemeinsames Ganzes - und nur gemeinsam sind wir stark!
    Beitrag am 01.10.2017, 01:09 Uhr von Bir.Kle. geändert.
  • gogesch

    20gogesch schrieb am 01.10.2017, 19:42 Uhr:

    Aus meiner Sicht wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt um über eine Zusammenlegung der Landsmannschaft mit dem HOG Verband nachzudenken. Kein Mensch auf dieser Welt braucht 2 Verbände und 80 % können den Unterschied eh nicht erklären.
    Beitrag am 01.10.2017, 19:50 Uhr von gogesch geändert.
  • Bir.Kle.

    21Bir.Kle. schrieb am 01.10.2017, 21:55 Uhr:

    Gogesch, welchen Vorteil oder welchen Effekt versprichst Du Dir eigentlich von einer Fusion der beiden Verbände?
    Und warum bist Du der Meinung, dass einer der beiden Verbände überflüssig ist?

    Es mag sein, dass 80% aller Sachsen den Unterschied zwischen den beiden Verbänden nicht erklären können - das ist aber mit Sicherheit kein Argument für einen Zusammenschluss.
    Nach dieser Logik beziehungsweise diesem Argumentationsmuster müsste man nämlich den Großteil aller Wähler/-innen von sämtlichen Wahlen ausschließen.
    Warum? Einem nicht gerade geringen Anteil der Wähler/-innen ist nicht genau bewusst, was eigentlich mit der Erststimme und was mit der Zweitstimme gewählt wird. Was eine Mehrheitswahl und was eine Verhältniswahl ist, weiß auch kaum jemand.

    Vereinigung zweier Verbände, weil die Mehrheit den Unterschied zwischen ihnen nicht kennt - absurder und lächerlicher geht es ja wohl kaum noch!
    Sollten wir nicht vielleicht auch noch die Integralrechnung und die Differentialrechnung abschaffen oder verbieten, Sportsfreund Gogesch? Die beherrschen nämlich mindestens neunzig Prozent aller Menschen noch nicht einmal ansatzweise.

    Warum fällt mir eigentlich an dieser Stelle eine treffende Feststellung Friedrich Schillers ein?
    "Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen."
    Beitrag am 01.10.2017, 22:04 Uhr von Bir.Kle. geändert.
  • gogesch

    22gogesch schrieb am 02.10.2017, 14:07 Uhr:

    Es ist alles in bester Ordnung.
  • Doris Hutter

    23Doris Hutter schrieb am 02.10.2017, 18:39 Uhr:

    Danke für das Mitdenken der Diskussionspartner.
    Um das Feld der Vorschläge etwas klarer zu definieren, hier einige Erklärungen:

    In Nürnberg können Jugendliche des Verbandes die Räume des Hauses der Heimat kostenlos nutzen, weil der Kreisverband Mitglied im HdH ist, und sie können auch Freunde mitbringen.
    Einige Tanzgruppen nutzen das Haus, doch wäre Platz für weitere Jugendliche. Dafür brauchen wir solche Angebote, die Jugendliche locken. Welche Angebote würden sie locken? Vielleicht melden sich mal Jugendliche zu diesem Thema?!

    HOG- Verband und Verband der Siebenbürger Sachsen haben (kurz und knapp gesagt) verschiedene Hauptziele/Schwerpunkte. Die HOG-Verbandsarbeit ist überwiegend nach Siebenbürgen gerichtet, schafft die Koordination und Kooperation mit den Institutionen aus Siebenbürgen zur Erhaltung des Kulturerbes in Siebenbürgen und hält über die HOGs die Sachsen zusammen, während der Verband der Sieb. Sachsen schwerpunktmäßig für die Untergliederungen in Deutschland arbeitet und unser Kulturgut hier einpflanzen und weiterentwickeln will, parallel dazu aber den Dialog mit den Landsleuten in Siebenbürgen und auch auf politischer Ebene mit Rumänien pflegt und so auch nach Siebenbürgen wirkt.
    Dabei arbeiten alle genannten Partner gut oder sehr gut miteinander und können sich in der praktischen Arbeit besser auf ihr Kerngeschäft fokussieren. Man nennt es auch Arbeitsteilung. Beste Beispiele sind das jährliche Heimattreffen in Dinkelsbühl und das Sachsentreffen im August. Nicht vergessen: alles weitgehend ehrenamtlich!

    Danke Bir.Kle für den Hinweis, dass jeder, dem sein Kulturerbe am Herzen liegt, sich gerne einbringen darf.
    Am liebsten mit attraktiven Ideen, Tatkraft und viel Enthusiasmus. Auf noch mehr Schultern verteilt, ist die Arbeit leichter zu bewältigen. Willkommen im Verein!
    Beitrag am 02.10.2017, 20:06 Uhr von Moderation geändert.
  • gogesch

    24gogesch schrieb am 03.10.2017, 10:16 Uhr:

    Frau Hutter, Vielen Dank für die Beschreibung der theoretischen Aufgabenbeschreibung für unsere beiden Verbände.
    Das der HOG Verband die Sachsen über die HOGs zusammenhält ist leider nicht ganz richtig oder, besser gesagt, einfach falsch. Die HOGs werden von ihren Mitgliedern und der Arbeit der einzelnen Vorstände zusammengehalten und nicht vom zentralen Verband. Sowas könnte auch gar nicht funktionieren. Wenn z.B. alle HOGS, die am Trachtenumzug in Dinkelsbühl teilnehmen, streiken würden, würde der HOG Verband und auch Ihr landsmannschaftlicher Versand ganz alt aussehen. Das mit dem HOG Verband und dem Kulturerbe ist auch eine etwas kompliziertere Geschichte. Herr Gärtner ist in seine Zeit als HOG Vorsitzender sehr schwungvoll mit dem Ziel der Erhaltung unserer Kirchenburgen gestartet, nachdem sein Vorgänger, Herr Konnerth, nicht ganz so viel in Richtung Siebenbürgen getan hat... mir fällt rein gar nichts ein. Leider verschwanden die Kirchenburgen wieder aus dem Visier des HOG Verbandes, aber Siebenbürgen Gott sei Dank nicht. Ohne die Initiative von Herrn Gärtner hätte es dieses einmalige Ereignis in Hermannstadt nie gegeben. Der landsmannschaftliche Verband hätte sowas NIE initiert. Und genau dieses Treffen hat sehr deutlich gezeigt, wo der grundsätzliche Denkfehler beim Verband lag und vielleicht auch noch immer liegt: die Jugend kann ohne räumlichen Bezug zum Raum Siebenbürgen nicht langfristig zu siebenbürgischem Engagement motiwiert werden. Ob die Uhr nochmal zurückgedreht werden kann, kann nur die Zeit zeigen. Wir haben nach den Tagen in Hermannstadt ein einmaliges Kronenfest in Meschen mit vielen Jugendlichen gefeiert und werden zukünftig, im Rahmen unserer HOG, Einiges tun, aber ob wir erfolgreich sein werden, kann ich heute nicht sagen.

    Im Bischoffspalais gibt es mittlerweile Fremdenzimmer. Ob diese für siebenbürgische Jugendliche geöffnet werden könnten?

    Beitrag am 03.10.2017, 10:18 Uhr von gogesch geändert.

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