30. Januar 2006

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EU-Programme: Städtepartnerschaften

Die Europäische Union hat mehrere Programme aufgelegt, die auch siebenbürgische Einrichtungen und einzelne Entscheidungsträger betreffen, sind doch etliche Siebenbürger Sachsen in verantwortlicher Position als Lehrer oder Verwaltungsbeamte in Kommunen tätig. Schließlich wendet sich die neue Reihe, die heute startet und von Christina Schuster betreut wird, an alle Leser, die an Planungsmodellen für die eigene Zukunft oder die ihrer Kinder interessiert sind, etwa anhand des EU-Programms "Lebenslanges Lernen".
Christina Schuster stammt aus Pretai bei Mediasch. Seit Abschluss ihres Betriebswirtschaftsstudiums in Würzburg ist sie im Akademischen Auslandsamt der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt tätig und hier für das Hochschulbildungsprogramm Sokrates/Erasmus mitverantwortlich. Von 1996-1999 war sie im Büro des Honorakonsuls von Rumänien, Prof. Dr. Wolfgang Fechner, tätig. Seit 2005 betreut Schuster über die InfoAgentur Europa das "Leonardo da Vinci"-Berufsbildungsprogramm der EU an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim. Die InfoAgentur Europa ist ein privates Büro, das schulische Einrichtungen, Handwerks- und Handelsorganisationen sowie kommunale Einrichtungen bei der Beantragung von EU-Programmen berät.

Einander besser kennen und verstehen lernen...


... war die ursprüngliche Idee für Städtepartnerschaften, die in Europa kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Heute bringt die Initiative Städte und Kommunen aus ganz Europa zusammen und sorgt für eine enge Verbindung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Städtepartnerschaften bieten die Chance, mehr über das Alltagsleben in anderen europäischen Ländern herauszufinden, miteinander zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und zusammen an Projekten von gemeinsamem Interesse zu arbeiten, z. B. in den Bereichen lokale Integration, Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung und kulturelle Vielfalt.

In der aktuellen Antragsrunde haben Projekte Vorrang, die mit Städten und Gemeinden in den Beitrittsländern durchgeführt werden.

Das Programm Städtepartnerschaften besteht aus zwei Programmkomponenten: I. Konferenzen, Ausbildungsseminare und Informationskampagnen (die in der heutigen Ausgabe der Siebenbürgischen Zeitung Online behandelt werden), sowie II. Bürgerbegegnungen.

I) Konferenzen, Ausbildungsseminare und Informationskampagnen

Die Veranstaltungen sollen das Bewusstsein für Europa stärken, neue und bereits bestehende Verbindungen und Netze auszubauen, die Idee der Städtepartnerschaften fördern und vorbildliche Verfahren im Rahmen von Städtepartnerschaften in Europa verbreiten.

A.: PROJEKTARTEN

Projektart 1: Thematische Konferenzen im Rahmen von Städtepartnerschaften
Im Rahmen dieser Art von Veranstaltungen soll das Bewusstsein für die europäische Politik gestärkt werden.
Konkretes Beispiel: Deutsche Städte, die eine Partnerstadt in Rumänien haben, präsentieren ihren Kollegen aus Rumänien im Zuge einer Konferenz ihre Sichtweise beispielsweise zum Thema sozialpolitische Aufgaben der Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland und in Rumänien.

Projektart 2: Ausbildungsseminare über Städtepartnerschaften
Die Seminare richten sich an die für die Städtepartnerschaften verantwortlichen Personen, etwa die Partnerschaftsbeauftragten der jeweiligen Partnerstädte. Ein Seminar dieser Art sollte den Erwerb oder die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zum Ziele haben, die für die erfolgreiche Betreuung von Partnerschaftsprojekten von Bedeutung sind.
Konkretes Beispiel: Erfahrene Partnerschaftsbeauftragte deutscher Städte geben im Rahmen eines Seminars ihr Know-how, das sie im Zuge anderer Partnerschaften erworben haben, an ihre Kollegen aus Rumänien weiter.

Projektart 3: Informationskampagnen zur Förderung von Städtepartnerschaften
Ziel dieser Projektart ist die Verbreitung von Informationen über das Städtepartnerschaftsprogramm und die Herausstellung der Bedeutung von Städtepartnerschaften in Europa.
Konkretes Beispiel: Durchführung einer Informationskampagne, in deren Rahmen über die Chancen, Perspektiven, Risiken, Aufgaben etc. von deutsch-rumänischen Städtepartnerschaften informiert wird.

B. FÖRDERFÄHIGKEIT
Um einen Zuschuss erhalten zu können, müssen die Antragsteller Rechtspersönlichkeit besitzen und ihren Sitz in einem förderfähigen Land haben (das sind die 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie die Beitrittskandidaten Rumänien und Bulgarien).

Förderfähig sind folgende Arten von Organisationen: Städte und Gemeinden und deren Partnerschaftsausschüsse/-vereine; sonstige lokale und regionale Gebietskörperschaften sowie Verbände, die lokale Verwaltungen vertreten.

C. FINANZIERUNG
Die EU hat für die dargestellten Projektarten ein Finanzvolumen von ca. 2,5 Millionen Euro eingeplant. Die einzelnen Projekte werden bis zu 60 % der Gesamtkosten bezuschusst. Die restlichen 40 % der Kosten können aus Teilnahmegebühren, Beiträgen der Partnereinrichtungen, Landesmitteln oder regionalen Fonds etc. bestritten werden. Für die Projekte ist ein Mindestanteil in Höhe von 5 % an Eigenmitteln vorgeschrieben.

Als Kosten können u.a. folgende Ausgaben in den Finanzplan aufgenommen werden: Personalkosten (maximal 20 % der zuschussfähigen Kosten); Reise-, Aufenthalts-, und Übernachtungskosten; Anmietung von Sälen und Konferenzausrüstung; Honorare für externe Referenten; Bücher, CD-ROM; Übersetzungs- oder Dolmetscherkosten u.a.

Der Höchstzuschuss pro Projekt beläuft sich auf 60 000 Euro, der Mindestzuschuss beträgt 10 000 Euro.

D. PROJEKTLAUFZEIT - ANTRAGSFRISTEN
Die Projekte dürfen eine Laufzeit von höchstens zehn Monaten (Vorbereitung, Durchführung, Berichterstattung) nicht überschreiten.

In jedem Jahr gibt es zwei Antragstermine. Projektanträge, die zwischen dem 15. April und dem 31. August eines Jahres beginnen, können bis Mitte Oktober des Vorjahres eingereicht werden. Anträge für Projekte die zwischen dem 9. Juni und 31. Dezember 2006 beginnen, können noch bis zum 1. März eingereicht werden.

E. WEITERE INFORMATIONEN
Weiterführende Programminformationen sowie Anträge, Verwaltungs- und Finanzbücher und Leitfäden sind auf der Seite der Europäischen Kommission unter folgendem Link zu finden:
http://europa.eu.int/comm/towntwinning/call/call_de.html

Christina Schuster

(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Teitung, Folge 1 vom 20. Januar 2006, Seite 3)

Schlagwörter: EU

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