28. April 2004

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Barbara Stamm von Saxonia-Stiftung beeindruckt

Barbara Stamm, Bayerische Staatsministerin a.D. und Vizepräsidentin des Bayerischen Landtages, führte vor kurzem die 60. Rumänienreise nach der Wende durch. Neben Gesprächen mit hochrangigen Politikern in Bukarest stand auch ein Besuch in Kronstadt und Rosenau auf dem Programm.
Der bayerischen Delegation gehörten neben der Rumänienbeauftragten der Staatsregierung auch der landsmannschaftliche Landesvorsitzende in Bayern, Dr. Bernd Fabritius, die Vorsitzenden der „Bayerischen Kinderhilfe Rumänien“, Prof. Dr. Wolfgang Schramm und RA Winfried Birkner, sowie der für humanitäre Projekte in Rumänien zuständige Beamte im Bayerischen Arbeitsministerium, Oberamtsrat Uwe Fabritius, an. Am 16. April nahm die Delegation mehrere Gespräche in Bukarest wahr. Mit der Ministerin für Arbeit, Soziales und Familie, Elena Dumitru, wurde vereinbart, begonnene Projekte fortzuführen. Insbesondere soll die Ausbildung an der Fachschule „Friedrich Müller“ in Hermannstadt fortgesetzt und gefestigt werden. Auch die Errichtung einer Zweigstelle in einem anderen Landesteil wurde angesprochen. Mit dem Präsident der nationalen Autorität für Behinderte wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, durch welche die materielle Grundlage der in Hermannstadt ansässigen Stiftung „Bavaria – Romania“ für soziale Assistenz in Rumänien gefestigt wurde. Ein von der „Bayerischen Kinderhilfe Rumänien“ für rund 2 Millionen Euro errichtetes Zentralgebäude mit Großküche, Therapie- und Büroräumen sowie einem multifunktionalen Veranstaltungssaal wurde der Stiftung übertragen und wird nun aufgrund der Kooperationsvereinbarung in Betrieb genommen. „Damit soll auch eine Verbindung zwischen den Studiengängen an der Fachschule ‚Friedrich Müller‘ bzw. der Hochschule in Hermannstadt und der täglichen Praxis in der Behindertenbetreuung hergestellt werden. Das neue Gebäude bietet auch Möglichkeiten für Fortbildungsveranstaltungen und für die Einbeziehung der Gesellschaft in die Sozialisation betreuter Personen“, erklärte Dr. Fabritius gegenüber dieser Zeitung.



Saxonia-Besichtigung in Rosenau: von links nach rechts: bayerischer Landesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius, Oberamtsrat Uwe Fabritius (bayerisches Arbeitsministerium), Saxonia-Geschäftsführer Karl Arthur Ehrmann, RA Winfried Birkner, Landtagsvizepräsidentin Barbara Stamm und Daniel Thellmann, stellvertretender Vorsitzender des Siebenbürgenforums.
Saxonia-Besichtigung in Rosenau: von links nach rechts: bayerischer Landesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius, Oberamtsrat Uwe Fabritius (bayerisches Arbeitsministerium), Saxonia-Geschäftsführer Karl Arthur Ehrmann, RA Winfried Birkner, Landtagsvizepräsidentin Barbara Stamm und Daniel Thellmann, stellvertretender Vorsitzender des Siebenbürgenforums.


Mit dem Gesundheitsminister Ovidiu Brinzan wurde ebenfalls vereinbart die Zusammenarbeit zu intensivieren. Schon in den nächsten vier Wochen soll ein langfristig vorbereitetes Projekt zur Deckung des Behandlungsbedarfes hämophiliekranker Kinder vorangebracht werden. Auch im universitären Bereich (Telemedizin) wollen die beiden Seiten zusammenarbeiten.

Trotz des Wahlkampfes und der damit verbundenen Termindichte empfing Premierminister Adrian Nastase die bayerische Landtagsvizepräsidentin Stamm mit ihrer Delegation zu einem einstündigen Gespräch. Neben Fragen des EU-Beitritts und aktuellen Projekten im humanitären Bereich wurde auch die aktuelle Zollproblematik für Hilfslieferungen besprochen. Von den nicht zufriedenstellenden Regelungen sind auch Lieferungen an die deutsche Minderheit betroffen. Nastase verwies zur Klärung von Einzelheiten an den zuständigen Finanzminister. Ein unmittelbar danach geplantes Gespräch mit dem zuständigen Leiter der Zollbehörde, Staatssekretär Tanasescu, ließ dieser platzen, berichtet Fabritius. Er sei verreist, habe der vertretende Direktor der Behörde wissen lassen. Der Termin war einige Wochen zuvor schriftlich zugesagt worden. Dr. Fabritius bat den anwesenden Direktor um Verständnis dafür, dass Hilfslieferungen nur dann fortgesetzt werden könnten, wenn die zollrechtliche Gebührenbefreiung sicher gestellt sei. Es gehe nicht an, „Mittel aus öffentlichen Haushalten oder aus Spenden, die für humanitäre und soziale Zwecke aufgebracht würden, für Zollzahlungen zu verbrauchen“.

Bei einem Gespräch, um welches der für internationale Beziehungen und Fragen der EU-Integration zuständige Staatssekretär im Außenministerium die bayerische Delegation gebeten hatte, wurde die Teilnahme des Außenministers Mircea Geoana an den Heimattreffen der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl und der Banater Schwaben in Ulm bestätigt. Eine schriftliche Zusage werde demnächst erfolgen.

Am nächsten Tag besuchte die Delegation auf Einladung der Saxonia-Stiftung Kronstadt und Rosenau. Geschäftsführer Karl Arthur Ehrmann sowie weitere Vertreter des Forums und der Kirche berichteten über die Entstehungsgeschichte der Saxonia-Stiftung sowie Projekte, die zusammen mit dem Sozialwerk der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen abgewickelt werden. Die bayerischen Gäste waren beeindruckt von dem kurz vor Fertigstellung befindlichen Zentrum der Saxonia-Stiftung, das sie in Rosenau besuchten. Spontan sagte die Rumänienbeauftragte Stamm weitere Unterstützung zu: Die bereits im letzten Jahr an die Saxonia gelieferten Landmaschinen (diese Zeitung berichtete) werden mit Ersatzteilen versehen, so dass der Einsatz in der kommenden Saison gesichert ist.

Der Besuch endete mit einem freundschaftlichen Abendessen, zu dem die Rumänienbeauftragte Stamm in die Schulerau eingeladen hatte. Mit den Gastgebern aus Kronstadt waren auch der stellvertretende Vorsitzende des Siebenbürgenforums, Daniel Thellmann, und der DFDR-Parlamentarier Wolfgang Wittstock dieser Einladung gefolgt.

Schlagwörter: Bayern, Saxonia

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