24. Juli 2015

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EU-Projekt der 18 Kirchenburgen: Landeskirche nimmt Stellung zur Kritik der Zeitung "Adevărul"

Die rumänische Tageszeitung Adevărul hat die Evangelische Kirche in Rumänien A.B. für das EU-Projekt „18 Kirchenburgen“ kritisiert (siehe "ANCHETĂ Cum distrug banii europeni bisericile fortificate din Transilvania"). Mit einem Betrag von fünf Millionen Euro aus dem Operationellen Regionalen Programms der Europäischen Union wurden von 2011 bis 2014 insgesamt 18 Kirchenburgen in den Kreisen Hermannstadt, Kronstadt, Alba und Muresch saniert und Maßnahmen zur touristischen Nutzung eingeleitet.
Unter dem reißerischen Titel „Wie europäische Gelder die Kirchenburgen in Siebenbürgen zerstören“ beschuldigt die Tageszeitung Adevărul vom 22. Juni 2015 die Landeskirche in Hermannstadt, die das Projekt betreut hat, „einen Teil des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes zerstört zu haben“. Alte Dachziegeln seien durch neue Keramikziegeln von zweifelhafter Qualität ersetzt worden, obwohl das gar nicht nötig gewesen sei. Unqualifizierte Arbeiter hätten minderwertige Leistungen erbracht und gepfuscht, heißt es in der inestigativen Reportage. Hauptanwalt Friedrich Gunesch wird ein Interessenkonflikt vorgeworfen: Bei den 18 Kirchen seien nur Dachziegeln der Firma SC Tondach Romania SRI verwendet worden, deren Direktor mit Gunesch und dem Hermannstädter Bezirksdechanten Dietrich Galter befreundet sei.

Hauptanwalt Friedrich Gunesch stellte in ­einer Stellungnahme gegenüber der Siebenbürgischen Zeitung klar, dass Dachziegeln von mehreren Herstellern, in einigen Fällen sogar gebrannte Ziegeln verwendet worden seien. Bei der Vergabe von Bauarbeiten und dem Einkauf von Materialien seien fachliche, keine persönlichen Kriterien zum Tragen gekommen. Der pauschale Vorwurf, dass gepfuscht worden sei, stimme nicht. Bis auf wenige Ausnahmen hätten Fachleute die guten Ergebnisse der Arbeit bestätigt. Davon könne man sich ein Bild machen, wenn man die restaurierten Kirchen besichtige. Viele Landsleute seien erfreut, dass ihre Kirche nun schöner aussehe als je zuvor, führte Gunesch aus. Dort, wo Mängel festgestellt wurden, werden sie nun im Rahmen der zweijährigen ­Garantiezeit behoben. „Wir haben das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten entsprechend den Vorgaben der rumänischen Denkmalpflege und der EU-Leistungsverzeichnisse durchgeführt. Diese strengen Regeln haben wir eingehalten“, erklärte Gunesch.

S.B.

Schlagwörter: Kirchenburgen, EU, Projekt, Evangelische Kirche

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Neueste Kommentare

  • 03.08.2015, 23:45 Uhr von gogesch: Mittlerweile werden die vor mehreren Jahren schon angesprochenen Mißstände auch in der englischen ... [weiter]
  • 02.08.2015, 11:20 Uhr von gogesch: Diese Aussage stimmt ja auch dann, wenn der Anteil der "gebrannten Ziegeln" minimal ist. Ich würde ... [weiter]
  • 31.07.2015, 14:08 Uhr von Siegbert Bruss: Wie Hauptanwalt Friedrich Gunesch auf Anfrage der Redaktion mitteilte, sind in diesem Fall mit ... [weiter]

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