4. April 2019

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Von Haydn bis Hannenheim: „Verfemte“ Musik erklingt

Die Veranstalter der Konzertreihe „musica suprimata“ laden (nicht nur) Liebhaber der „Neuen Musik“ vom 29. März bis 5. April zu Konzerten in Temeswar, Klausenburg und Hermannstadt ein. Das diesjährige Festival widmet sich neben der Zwölftonmusik auch der Wiener Klassik und schlägt somit eine Brücke von der Ersten zur Zweiten Wiener Schule.
Auf dem Programm steht am ersten Festivaltag ein Liederabend der Sopranistin Anna Miklashevich und des Pianisten Moritz Ernst an der Musikhochschule Temeswar. Sie werden Rilke-Vertonungen von Norbert von Hannenheim, Viktor Ullmann, Hans Krása und Adrian Pop spielen, sowie Lieder nach französischer Dichtung von Viktor Ullmann und Artur Vincent Lourié. Moritz Ernst gestaltet zudem am 30. März in Temeswar und am 2. April an der Klausenburger Musikakademie einen Solo-Abend mit Stücken von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven sowie Norbert von Hannenheim, Philipp Herschkowitz und Viktor Ullmann. Werke von Beethoven, Mendelssohn, Iranyi, Hannenheim, Schulhoff und Enescu erklingen in Klausenburg am 3. April und zum Abschluss der Konzertreihe im Hermannstädter „Thalia“-Saal am 5. April. Es konzertieren die Geigerin Marianne Boettcher, der Cellist Troels Svane und der Pianist Sergej Filioglo.

Mit dem Titel „musica suprimata“ und dem thematischen Schwerpunkt erinnern die Konzertreihe und ihre Veranstalter an Musik, die unter den Nationalsozialisten und anderen totalitären Regimen „verfemt“ oder „unterdrückt“ wurde. Diese Musik wird bis heute selten gespielt unter dem Vorwand, sie sei ungewohnt. Im Umkehrschluss bleibt sie „ungewohnt“, weil sie selten aufgeführt wird, obwohl sie vor mittlerweile einem Jahrhundert komponiert worden ist. Deshalb gehört es auch zu den Zielen des Vereins „musica suprimata e.V.“, die Hemmschwelle zur „Neuen Musik“ abzubauen und Zwölftonmusik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Nicht zuletzt besteht in der Biographie einiger Komponisten, die in der Nachfolge der „Zweiten Wiener Schule“ stehen, ein direkter Bezug zu Siebenbürgen und Rumänien: So stammt der Schönberg-Schüler Norbert von Hannenheim aus Hermannstadt, während der Webern-Schüler Philipp Herschkowitz seine Kindheit und Jugend in Jassy verbrachte. Mehr Informationen unter www.musica-suprimata.eu

CC

Schlagwörter: Konzertreihe, Musik, Festival, Klausenburg, Temeswar, Hermannstadt

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