9. Dezember 2018

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Großes Sängerfest zum 30-jährigen Chorjubiläum

Voller Stolz blickt der siebenbürgisch-sächsische Chor der Kreisgruppe Rosenheim auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlass wurde am 11. November unter dem Motto „100 Jahre Freistaat Bayern, unsere neue Heimat“ und unter der Schirmherrschaft von Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, das 30-jährige Jubiläum des Chores mit einem Sängerfest im Kurhaus Bad Aibling groß gefeiert. Dazu waren die Chöre aller siebenbürgischen Kreisgruppen in Bayern und zwei Gastchöre eingeladen worden.
Es gaben uns die Ehre der „Siebenbürger Chor Fürth“ (unter der Leitung von Rosel Potoradi) und das „Chörchen Fürth“ (Angelika Meltzer) des Kreisverbandes Nürnberg, der „Geretsrieder Chor der Siebenbürger Sachsen“ der Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen (Renate Klemm), die „Burgberger Singgruppe der Kreisgruppe Ingolstadt“ (Katharina Kraus), der „Siebenbürger Chor der Kreisgruppe Waldkraiburg“ (Johanna Pelger) und der „Reußmarkter Chor“ der Kreisgruppe München (Wilhelm Spielhaupter). Als besondere Gäste beehrten uns „Die Liebenden Herzen“, Gesangsgruppe der Kreisgruppe (KG) Landshut der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (Elvira Gillert) und der bayerische „Männerchor der Lyra Lohholz“ (Susanne Sedlbauer).

Das Chorleiterseminar unter der Leitung von Anna Töller war dem Sängerfest vorgeschoben und bot den interessierten Chorleitern, die aktiv mitarbeiteten, sehr interessante Einblicke zum Thema, Lieder einzustudieren, ohne ins Notenblatt zu sehen, bzw. wichtige Infos und seriöse Links zu gemeinfreien und kostenlosen Chornoten.200 Sängerinnen und Sänger beim Abschlusslied ...200 Sängerinnen und Sänger beim Abschlusslied "Kein schöner Land in dieser Zeit". Foto: Dirk Daniels Der Rosenheimer Chor saß in schönen siebenbürgisch-sächsischen Trachten auf der Bühne, als Volkmar Kraus, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim, ebenfalls in Tracht, das 30-jährige Jubiläum eröffnete. Mit dem Spruch „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“ begrüßte er die zahlreich erschienenen Gäste von nah und fern, darunter Herta Daniel, Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Erwin Kühnel, zweiter Bürgermeister von Bad Aibling, Alexander Bock, Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Kreisgruppe Rosenheim, und des BdV-Kreisverbands Rosenheim, sowie Ingrid Kröff, Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, KV Rosenheim und OV Westerndorf St. Peter. Anschließend hielt Werner Kraus, in den Jahren 1983-1992 selbst Vorsitzender unserer Kreisgruppe, einen kurzen Rückblick auf die ersten 30 Jahre unseres Chores. 1988 hatten sich einige Landsleute im damaligen Übergangswohnheim in Rosenheim-Happing zum Erfahrungsaustausch und Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen in geselliger Runde getroffen. Sie waren überzeugt, dass die Lieder aus der Heimat, auch in sächsischer Mundart, es wert sind, erhalten zu werden. Zudem stärken sie die Gemeinschaft und fördern neue und alte Freundschaften. Der Chor war gegründet. Anfangs war es ein kleiner Singkreis, inzwischen jedoch zählt unser Chor 32 Mitglieder. Drei noch aktive Gründungsmitglieder sind Walter Schönauer, Otto Plajer und Hedwig Zermen. Letztere leitet den Chor seit Anbeginn. Neben Auftritten bei Muttertags- und Weihnachtsfeiern im Gemeindehaus der evangelischen Erlöserkirche Rosenheim und anderen Veranstaltungen unserer Kreisgruppe gehörte auch die Teilnahme an allen siebenbürgisch-sächsischen Sängerfesten in Bayern, bei Bürgerfesten in Rosenheim, beim Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen, bei siebenbürgischen Kreisgruppen, runden Geburtstagen von Mitgliedern, im Siebenbürgerheim Rimsting u.a. zu den Aktivitäten unseres Chores. Die meisten öffentlichen Auftritte absolvierten sie in ihrer siebenbürgisch-sächsischen Tracht. Umrahmt wurde der Rückblick von unserem Chor, dirigiert von Hedwig Zermen, mit den deutschen Liedern „Ohne Sang und ohne Klang“ und „Hab Sonne im Herzen“ sowie den sächsischen Liedern „Dinkst ta noch un dot Liedchen“, „Ech stand do iwen auf dem Rech“ und „Bäm Birebum um Burzenflaß“.

Herta Daniel gratulierte dem Chor zum Jubiläum und wünschte viel Glück für die Zukunft. Sie betonte, wie wichtig es sei, unser Brauchtum und unser Kulturgut zu fördern und weiterzugeben. Sie ermutigte, so weiterzumachen, um die siebenbürgisch-sächsische Tradition zu erhalten. Unserer Chorleiterin überreichte sie zum 30-jährigen Bestehen des Chores eine Urkunde vom Landesverband Bayern.

Erwin Kühnel überbrachte Grüße seiner Stadt und gratulierte zum Jubiläum. Er sagte, dass er sich geehrt fühle, dass wir unser Fest in seiner Stadt feiern und wünschte weiterhin alles Gute. Danach dankte Alexander Bock für die langjährige Unterstützung bei den vielen Tagen der Heimat und wünschte viel Erfolg. Volkmar Kraus überreichte Kühnel und Bock zur Erinnerung an unser Fest je ein Buch „Siebenbürgische Trachtenlandschaften“ und eine aus Holz gefertigte Rose.

Sängerfest von Chören aus Bayern

Doris Hutter, Kulturreferentin des Landesverbandes Bayern, eröffnete als Organisatorin das eigentliche Sängerfest mit den Worten: „Was kann der Freistaat Bayern sich zum 100. Geburtstag Besseres von uns wünschen, als dass wir unsere mitgebrachte Kultur, darunter unser Liedgut, genauso wie das hiesige Liedgut auf hohem Niveau und in Eintracht miteinander pflegen!“ und dankte ganz besonders den beiden Gastchören für ihr Mitwirken. Dann verlas sie das Grußwort der Schirmherrin, das großen Anklang fand. Volkmar Kraus dankte Frau Hutter für die aktive Unterstützung bei der Vorbereitung und Planung des Festes und überreichte ihr zur Erinnerung, wie auch vorhin schon Frau Daniel, den Bildband „Mangfalltal“ und eine Rose.

Nun übernahm Werner Kraus als Moderator wieder das Zepter und führte gekonnt, mit viel Charme und Witz durch das Programm. Die siebenbürgischen Chöre sangen deutsche und sächsische Lieder, die russlanddeutsche Gesangsgruppe ein russlanddeutsches Volkslied und eines, das in der Zwangsarbeit entstanden ist. Der bayerische Männerchor sang bairische Lieder. Es war ein Genuss, den Chören zuzuhören. Sie sangen sehr schön und sehr gekonnt und voller Begeisterung. Dafür wurden sie mit tosendem Beifall belohnt. Volkmar Kraus überreichte den Dirigentinnen und dem Dirigenten als Dank und zur Erinnerung je einen Bildband „Mangfalltal“ und eine Rose. Die beiden nichtsächsischen Dirigentinnen erhielten zum Dank und zur Erinnerung an unser Fest ein Buch „Siebenbürgische Trachtenlandschaften“ samt Rose.

Zum Abschluss sangen alle neun Chöre zusammen, dirigiert von Hedwig Zermen, das Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“: Rund 200 Sängerinnen und Sänger dankten dem Freistaat Bayern dafür, daß wir alle hier eine schöne und sichere Heimat gefunden haben. Mit diesem überwältigenden Bild klang unser 30-jähriges Jubiläumsfest erfolgreich aus. Wir danken noch einmal allen Chormitgliedern, Ehrengästen und Musikfreunden für die Ehre, die sie uns mit ihrem Kommen erwiesen haben, ebenso den Förderern: der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über die Kulturreferentin für Siebenbürgen, Dr. Heinke Fabritius, und dem Haus des Deutschen Ostens München.

Unser ganz besonderer Dank gilt unserer Chorleiterin Hedwig Zermen. Unser Vorsitzender überreichte ihr, wie auch Brigitte Kraus, die sie zeitweilig als Chorleiterin vertreten hatte, ein Liederbuch „E Liedchen hälft ängden – Alte und neue Lieder aus Siebenbürgen“, herausgegeben von Angelika Meltzer und Rosemarie Chrestels. Dank gilt auch Werner Kraus, der bravourös und humorvoll durch das Programm geführt hat, und Volkmar Kraus, der als Planer und Organisator Außergewöhnliches geleistet hat. Letzten Endes danken wir allen, die zum Gelingen unseres Festes beigetragen haben.

Rosemarie Knochner und Hans Kessler

Schlagwörter: Chor, Rosenheim, Jubiläum, Sängerfest, Bayern

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