25. Oktober 2016

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Internationale Konferenz in Berlin: Minderheitenförderung in Mittel- und Osteuropa

„Die Förderung nationaler Minderheiten durch ihre ‚Mutterländer' in Mittel- und Osteuropa im 20. und 21. Jahrhundert“ lautet das Thema einer internationalen Konferenz, die vom 9. bis 11. November 2016 in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, Brüderstraße 11/12, in Berlin stattfindet. Veranstalter sind das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität, Warschau, das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, und das Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart.
Die Konferenz untersucht die Unterstützung nationaler Minderheiten durch ihre „Mutterländer“ aus einem historischen und aktuellen Blickwinkel multidisziplinär und international vergleichend. Der Fokus richtet sich auf die fördernden Staaten und die jeweils „eigenen“ Minderheiten in anderen Ländern. Die Fachsektionen und Podiumsdiskussionen behandeln multi- und bilaterale Ansätze der Minderheitenförderung, Konzepte und Zielsetzungen staatlicher Politik und zur Anwendung kommende Instrumente zugunsten nationaler Minderheiten, die daraus resultierenden Auswirkungen sowie die Akteure der Minderheitenpolitik. Die Konferenz verfolgt das Ziel, Repräsentanten europäischer Staaten und internationaler Organisationen, zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie Vertretern der Wissenschaft und der Minderheitenorganisationen aus Mittel- und Osteuropa ein geeignetes Forum zu bieten, um dieses vielschichtige Thema multiperspektivisch und differenziert zu behandeln. Die Veranstaltung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Anmeldung (verpflichtend) bis zum 3. November, online unter: www.bkge.de.

Tagungsprogramm

Mittwoch, 9. November, 10.00–14.00 Uhr Workshop ausschließlich für Nachwuchswissenschaftler: Historische, aktuelle und künftige Themen; 16.00–17.00 Uhr Eröffnung mit Prof. Dr. Jan Rydel (Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität, Warschau); Repräsentant des Hohen Kommissars für nationale Minderheiten der OSZE, Den Haag; Dr. h. c. Gernot Erler MdB (Sonderbeauftragter der Bundesregierung für den deutschen OSZE-Vorsitz 2016, Berlin); Hartmut Koschyk MdB (Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Berlin); MinDirig Ansgar Hollah (Gruppenleiter „Geschichte, Erinnerung" bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Berlin); Moderation: Markus Meckel (Vorsitzender des Kuratoriums des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität, Berlin); 17.00–17.30 Uhr Einführung Dr. Dr. Gerald Volkmer (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg); 17.30–18.30 Uhr Eröffnungsvortrag von Dr. Jennifer Jackson-Preece (London School of Economics and Political Science): Der historische Hintergrund aktueller Minderheitenpolitik; 19.00–20.30 Uhr Podiumsdiskussion Multi- und bilaterale Ansätze in der Minderheitenförderung, Moderation: Dr. Stephan Eisel (Mitglied des Kuratoriums des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität, Bonn), Teilnehmer: Conf. Univ. Dr. Laura-Maria Crăciunean-Tatu (Universität Hermannstadt; Vertreterin Rumäniens im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen), Prof. Dr. Grzegorz Janusz (Universität Lublin UMSC), Prof. Dr. Stefan Oeter (Universität Hamburg; Stellvertretender Vorsitzender des Unabhängigen Expertenkomitees des Europarates für die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen), Prof. Dr. Petra Roter (Universität Ljubljana/Laibach; Präsidentin des Beratenden Ausschusses zum Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten);

Donnerstag, 10. November, 9.00-12.00 Uhr 1. Sektion: Konzepte und Einstellungen, Sektionsleitung: Dr. Florin Abraham (Mitglied des Lenkungsausschusses des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität, Bukarest); 9.00-9.30 Uhr Prof. Dr. Stefan Oeter (Universität Hamburg): Richtlinien, Ziele und Standards in der Minderheitenpolitik; 9.30–10.00 Uhr Prof. Dr. Tove Hansen Malloy (Europäisches Zentrum für Minderheitenfragen, Flensburg; Mitglied des Beratenden Ausschusses zum Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten): Europäisches Minderheitenrecht: Unilaterale Gesetzgebung zugunsten „eigener“ nationaler Minderheiten im Ausland; 10.30–11.00 Uhr Dr. Zoltán Kántor (Forschungsinstitut für die im Ausland lebenden Ungarn, Budapest): Förderpolitische Ansätze zugunsten „eigener“ nationaler Minderheiten im Ausland – Theorie und Praxis; 11.00–11.30 Uhr Prof. Dr. Károly Kocsis (Geographisches Institut, Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest): Europas ethnische Landkarte; 13.30-15.15 Uhr 2. Sektion: Instrumente und ihre Anwendung, Sektionsleitung: Doz. Dr. Martin Pekár (Universität Košice/Kaschau), 13.30-14.00 Uhr Dr. Kyriaki Topidi (Universität Luzern): Doppelte Staatsbürgerschaft; 14.00–14.30 Uhr Prof. Dr. Helmut Glück (Universität Bamberg): Sprache und Identität – Historische und aktuelle Aspekte; 14.30–15.00 Uhr Dr. Attila Papp (Institut für Minderheitenforschung, Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest): Bildung – Historische und aktuelle Aspekte; 15.30–17.00 Podiumsdiskussion: Deutsche Minderheiten und ihre Medien, Moderation: Urban Beckmann (Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart), Teilnehmer: Bernard Gaida (Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften, Opole/Oppeln), Olga Martens (Vizepräsidentin des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, Moskau), Dr. Paul-Jürgen Porr (Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Hermannstadt), MinDirig Michael Reiffenstuel (Beauftragter für Auswärtige Kulturpolitik in der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes, Berlin); 17.30–18.30 Uhr 3. Sektion: Akteure I, Sektionsleitung: Prof. Dr. Adam Walaszek (Universität Krakau); 17.30-18.00 Uhr Prof. Dr. Peter A. Kraus (Universität Augsburg): Zwischen Autonomiebestimmungen und Souveränitätsansprüchen: Minderheitenpolitik im gegenwärtigen Europa; 18.00-18.30 Uhr: Dr. Andris Spruds (Lettisches Institut für Internationale Angelegenheiten, Riga): Russland und die Baltischen Staaten: Ein „Soft power"-Ansatz; 19.00-20.00 Uhr Abendvortrag von Prof. Dr. Karl Cordell (Universität Plymouth): Perspektiven und aktuelle Forschungen;

Freitag, 11. November, 9.00-10.30 Uhr 4. Sektion: Akteure II, Sektionsleitung: Dr. hab. Paweł Hut (Universität Warschau); 9.00-9.30 Uhr Prof. Dr. Cezary Żołędowski (Universität Warschau): Polnische Minderheiten im post-jagiellonischen Raum; 9.30–10.00 Prof. Dr. Dieter W. Halwachs (Universität Graz): Minderheit ohne „Mutterland“: Roma in Mittel- und Osteuropa; 11.00-12.30 Uhr Podiumsdiskussion: Potentielle Diskrepanzen zwischen Zielen und Auswirkungen der Minderheitenförderung, Moderation: Robert Schwartz (Deutsche Welle, Bonn), Teilnehmer: Dr. Bernd Fabritius MdB (Vorsitzender des Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik des Deutschen Bundestages; Präsident des Bundes der Vertriebenen, Berlin), Prof. Dr. Dr. Rainer Hofmann (Universität Frankfurt am Main; Mitglied des Verwaltungsausschusses und des Exekutivausschusses der Agentur für Grundrechte der Europäischen Union, Wien), Dr. Valentin Inzko (Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Sarajevo), Dr. Ján Varšo (Präsident des Regierungsamtes für die im Ausland lebenden Slowaken, Bratislava/Pressburg), Loránt Vincze (Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten, Flensburg).

Schlagwörter: Konferenz, Berlin, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlic , Volkmer, Bernd Fabritius, Koschyk, Minderheiten

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