19. Oktober 2009

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Fürther Chor feiert 15-jähriges Jubiläum mit „Sälwerfäddem“

Bei der Jubiläumsfeier des Fürther Chors drohte der geräumige Martin-Luther-Saal aus allen Nähten zu platzen, so viele Gäste von nah und fern wollten mitfeiern. Ein besonderer An­zie­hungspunkt waren selbstverständlich auch die „Sälwerfäddem“, die Singgruppe des Deut­schen Demokratischen Forums aus Hermann­stadt.
Passend zum Anlass war der Saal stimmungsvoll mit Kirchenburg-Aquarellen von Juliana Fabritius-Dancu und Blumen geschmückt. Auf einer zentralen Tafel konnte man auch Bilder der bekannten Sängerin Sofia Weinhold in ihrer wunderschönen Festtracht bewundern, bekanntlich ist sie die Begründerin der Singgruppe. Aus Gesund­heitsgründen konnte sie die Gesangstour­nee nicht mitmachen, was alle sehr bedauerten.

Unter großem Beifall betrat die 16-köpfige Gastgruppe, festlich in siebenbürgischer Tracht gekleidet, die Bühne und wurde von der Fürther Nachbarmutter Rosel Potoradi herzlich begrüßt und dem Publikum vorgestellt. So erfuhren die Anwesenden, dass die Singgruppe im Jahr 2002 ins Leben gerufen wurde, als Überraschung beim Kathreinenball im Spiegelsaal des Hermann­städter Forums. Im Laufe der Jahre hat sich die Gruppe zu einer allseits beliebten und gefragten Formation entwickelt, die fast bei allen siebenbürgisch-sächsischen Veranstal­tungen in und um Hermannstadt auftritt. Die Freude am Sin­gen hat sie zu einer innigen Gemeinschaft zusammengeschweißt; wo sie auftreten, geben sie die Freude weiter.

Das in Fürth dargebotene, abwechslungsreiche Programm kam äußerst gut an. Die meist bekannten Mundartlieder wurden gekonnt und liebevoll vorgetragen, so dass alle wie gebannt lauschten. Die Instrumentalbegleitung, Helga Mei­tert (Blockflöte), Rosemarie Henrich (Man­do­line) und Dorin Neamtu (Gitarre), passte wunderbar und rundete die gesangliche Darbie­tung klanglich einfühlsam ab. Der zeitweilige Wechsel von Solo- und Chorgesang verlieh dem Pro­grammablauf besondere Lebendigkeit. So erklan­gen die bekannten Lieder von Grete Lienert-Zult­ner, Georg Meyndt, Heinrich Bretz, Frida Binder- Radler und anderen siebenbürgisch-sächsischen Liederkomponisten, die uns glücklich, aber auch wehmütig, sehnsüchtig und auch nachdenklich stimmten. Als Brückenschlag in die alte Heimat kamen auch zwei rumänische Lieder sehr gut an. Die Fürther Frauen­Singgruppe freute sich, einige Lieder gemeinsam mit den Gästen erklingen zu lassen. Außer­gewöhnlich gut gefiel Pfar­rer Walter Gottfried Seidner (Stolzenburg), der humorvoll und schlagfertig in sächsischer Mund­art durch das Programm führte. Der als „Vol­taire“ unter den Siebenbürger Sachsen bekannte Dichter, Humorist und Autor des Buches „Auf Wolke Sieben 7 Bürgen ...“ las auch einige Kurz­geschichten daraus.

Begeistert applaudierend dankte das Publikum den Gästen. Rosen wurden überreicht und der organisatorischen Leiterin Rosemarie Henrich wurde das (von Heinz Acker herausgegebene) Liederbuch von Georg Meyndt geschenkt.

„Ein kleines Lied, wie geht’s nur an, dass man so lieb es haben kann“ – mit diesen schönen Worten von Marie von Ebner-Eschenbach leitete Reinhold Schneider den zweiten Teil des Nach­mittagsprogramms ein, die 15-jährige Jubi­lä­ums­feier des über 50-köpfigen Fürther Chores. Er erinnerte in einer Rückschau an wichtige kulturelle Ereignisse der letzten Jahre, hob die 15 Jahre intensiver Chorarbeit hervor: gelungene Auf­tritte in Fürth, Nürnberg, Dinkelsbühl, Würz­burg, Heilbronn, die Beteiligung an mehreren Sängerfesten, Gottesdienstgestaltungen in der Für­ther St. Paulskirche, Adventsfeiern des Kreis­verbandes in der Sebalduskirche, musikalische Umrahmung des Evangelischen Kirchen­tages in Schwabach, um nur einige Höhepunkte der erfolgreichen Chorarbeit hervorzuheben. Die Mit­gliederzahl wuchs stetig, es entwickelte sich eine innige Gemeinschaft, die in Freud und Leid, auch bei Beerdigungen zum Trost der Leid­tragenden passende Lieder vortrug.

Reinhold Schneider, der Gründer des Chores vor 15 Jahren, erinnerte auch an die zahlreichen musikalischen Begegnungen mit Chören und Vo­kalgruppen aus Siebenbürgen wie z. B. dem Bach-Chor aus Kronstadt, dem Kinderchor Can­zo­netta des Deutschen Forums Kronstadt, dem Ensemble „Pro musica“ aus Klausenburg u. a. Während der Chorleiter alle schönen Ver­anstal­tungen rückblickend würdigte, erklangen auch aus dem reichen Repertoire des Chores mehrere Lieder. Auf diesem Wege wünschen wir dem Chor und seinem Leiter noch viele erfolgreiche Jahre in schöner Gemeinschaft im Dienste der Musik und der Traditionspflege.

Rosel Potoradi

Schlagwörter: Jubiläum, Chor, Fürth

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