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21. März 2018

Interviews und Porträts

Bayerns neuer Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Interview

Markus Söder ist seit 1994 Mitglied des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Am 16. März wurde der 51-jährige Franke zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt (siehe ausführliches Porträt in der SbZ Online vom 21. März 2018). Aus diesem Anlass führte Horst Göbbel mit ihm das folgende Interview. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 10 mal kommentiert.

  • H. Binder

    1H. Binder schrieb am 23.03.2018, 11:33 Uhr:

    Als einer der älteren Generation der Siebenbürger Sachsen und seit fast 40 Jahren Mitglied der Landsmannschaft sehe ich, die immer engere Bindung unseres Verbandes an die CSU mit großer Skepsis. Auch wenn Markus Söder sich für einen Fototermin extra in siebenbürgischer Tracht präsentiert, ist er bestimmt kein Siebenbürger Sachse und dürfte nicht Mitgeld unseres Verbandes sein. Unsere Vergangenheit ist ihm völlig unbekannt und er ignoriert die Ereignisse und die Verantwortung der Deutschen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dagegen wirbt er jetzt vor den bayerischen Wahlen natürlich für seine Partei (CSU) und findet leider auch das entsprechende Forum, den Heimattag in Dinkelsbühl. Nach P. Altmaier (CDU), J. Hermann (CSU), B. Stamm(CSU), jetzt M. Söder (CSU). Was uns Söder sagen wird, haben wir schon x-mal gehört. Diese Reden sind völlig überflüssig und verletzen die Neutralität der unser Verband verpflichtet ist. Wieso lädt der Verband nicht auch einmal W. Kretschmann aus BW, B. Ramelow aus Thüringen, M. Schwesig aus MV, M. Dreyer aus RP u.v.a. Ein? Oder zählt die Unparteilichkeit nicht mehr?
    Die Aufgabe unseres Verbandes ist es sich für die Rechte unserer Landsleute einzusetzen und unsere Traditionen und Bräuche zu pflegen. Mehr nicht!!!!!


  • kokel

    2kokel schrieb am 23.03.2018, 12:35 Uhr:

    H. Binder: Das Gleiche könnte man von z. B. einem Schwarzen sagen, der auf dem Oktoberfest in einheimischer Tracht erscheint...
    Um zu wissen, ob M. Söder unsere Geschichte kennt, müsste man sich mit ihm zusammensetzen und ihn danach fragen. Haben Sie dies getan?

    Sicher sollte unser Verband seine Neutralität bewahren. Allerdings kann es nicht schaden, wenn man sich mit den Regierenden gut stellt... Ich darf diesbezüglich bloß daran erinnern, dass u.a. die Zusammenarbeit mit der Regierung in NRW über Jahrzehnte recht gut funktioniert hat und dort waren doch Ihre Genossen die meiste Zeit am Ruder. Daraus kann man schließen, dass es manchmal angebracht ist vor dem Äußeren von Halbwahrheiten gründlich nachzudenken, bevor es einen Bumerangeffekt gibt...
  • Erhard Graeff

    3Erhard Graeff schrieb am 23.03.2018, 14:43 Uhr:

    Sehr geehrter Herr Binder,
    vielleicht erinnern Sie sich, dass wir letztes Jahr bereits die MP des Landes NRW als Festrednerin des Heimattages angekündigt hatten; es kam anders und wir danken dem bayerischen Innemminister herzlich, dass er so kurzfristig disponieren konnte. Als BW Mitausrichter des Heimattages war, wurde der amtierende MP eingeladen - er hat abgesagt. Dieses Jahr sind Festredner der MP unseres Patenlandes NRW (der letztes Jahr nicht kommen konnte - wenn Sie wollen, erkläre ich Ihnen gerne warum) und der MP Bayerns, weil Bayern dieses Jahr Mitausrichter des Heimattages ist.
    Und wenn andere Landesgruppen Mitausrichter des Heimattages sein werden (und das ist bereits beschlossen), werden die MP dieser Länder eingeladen. Wir würden uns freuen, wenn diese dann zusagen.
  • H. Binder

    4H. Binder schrieb am 24.03.2018, 18:38 Uhr:

    Sehr geehrter Herr Graeff,
    herzlichen Dank für ihre Antwort auf meine Fragen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es geht mir keineswegs um Herrn Söder oder die CSU, sondern wie ich schon mehrmals betont habe, scheint mir eine zu enge Verbindung an eine Partei aus eigener Erfahrung nicht angebracht. Ich war selbst viele Jahre Mitglied der CSU, aber nicht der SPD o.a.
    Darüber hinaus möchte ich Sie bitten, Kokel wegen seiner wiederholten rassistischen Äußerungen zu verwarnen. Wer in diesen Foren bezweifelt, dass MdB Cem Özdemir, Mesut Özil, Jerome Boateng, u.a. Deutsche sind, kann nicht mehr Mitglied unseres Verbandes sein. Gemäß seiner Auffassungen müsste ich auch Zweifel daran haben ob meine verstorbene Ehefrau, als gebürtige Rumänin Deutsche war, ob meine Kinder und Enkel Deutsche sind? Ich möchte Kokel warnen, weiterhin solche Hirngespinste zu verbreiten, denn so etwas verstehe ich als Angriff auf meine Familie und nehme das ganz persönlich.

  • Fabritius

    5Fabritius schrieb am 24.03.2018, 21:15 Uhr:

    Sehr geehrter Herr Binder, da ich selbst meist die Einladungen unterzeichnet habe, die der Bundesvorstand beschlossen hat (!), kann ich in Ergänzung der zutreffenden Antwort von Herrn Graeff gerne die Kriterien der Einladungen erläutern:

    Es geht nämlich dezidiert NICHT um Parteizugehörigkeit. Der Verband pflegt zur Wahrung der Interessen seiner Mitglieder (und der Landsleute darüber hinaus) den Dialog mit den Verantwortungsträgern in Bund und Land, unabhängig von deren Parteizugehörigkeit. Wer eingeladen wird, entscheidet nicht eine Person sondern es wird beraten. Wir achten bei Einladungen darauf, die Bundes- und die Landesebene abzubilden, richten uns dabei auch nach der Frage, welcher Landesverband gerade Mitausrichter ist, und versuchen gezielt, unterschiedliche Parteien dabei zu berücksichtigen. So war eben konkret also NRW Ausrichter war, Frau MP Kraft (SPD) eingeladen, leider hat sie abgesagt. Als BW Ausrichter war, haben wir konkret MP Kretschmann (Grüne) eingeladen, auch er hat abgesagt. Wir richten uns bei den Einladungen eben gerade nicht nach Parteizugehörigkeit, sondern nach sachlichen Kriterien. ich wünschte wirklich, es würden mehrere Parteien unsere ehrlich gemeinten und konstruktiv formulierten Einladungen annehmen, aber es ist leider Realität, dass eben einige sich für uns und unsere Anliegen interessieren, andere eher weniger... Wir bleiben aber beharrlich und laden weiter alle ein, darauf können Sie sich verlassen.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Beitrag am 24.03.2018, 21:21 Uhr von Moderation geändert.
  • kokel

    6kokel schrieb am 24.03.2018, 21:35 Uhr:

    H. Binder: Meinerseits wurde wiederholte Male betont, dass Rassismus nur zwischen Menschenrassen existieren kann und derer gibt es auf unserem Planeten nur drei. Ein Blick in die Völkerkunde kann Ihnen dies bestätigen. Dass dieser Begriff im Deutschen - wahrscheinlich aus ideologischen Gründen - ausgeweitet wurde, finde ich schade, denn er entspricht nicht der Realität.

    Ich habe selbst eine rumänische Frau, die im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft ist. Als ich ihr Ihren Beitrag vorgelesen habe, war sie etwas erstaunt, denn sie selber meint, nie eine Deutsche zu sein, weil sie als Rumänin das Licht der Welt erblickt hätte und auch als solche beerdigt werden müsste. Als was sich Ihre und meine Kinder fühlen, sollten wir ihnen überlassen.

    Diese Ungereimtheiten tauchen immer wieder auf, weil im Deutschen nicht unterschieden wird zwischen Nation und Nationalität. Vielleicht erinnern Sie sich noch, was in Ihrem Personalausweis, der von den rumänischen Behörden ausgestellt wurde, stand: "Cetăţean român de origine germană." Demzufolge kann man z.B. im Fall von Cem Ötzdemir schon von einem deutschen Politiker sprechen, jedoch mit türkischen Wurzeln.

    Ich hoffe, dass bei Ihnen nun Klarheit eingetreten ist.

    P.S.: Ich kenne viele deutsche Staatsbürger mit nichtdeutschen Wurzeln. ALLE wollen ihre Nationalität behalten. Warum wohl? Die Antwort auf diese Frage sollten Sie selber herausfinden...
  • Christian Schoger

    7Christian Schoger schrieb am 24.03.2018, 22:50 Uhr:

    Anti-Rassismus-Konvention (ICERD):

    http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/menschenrechtsinstrumente/vereinte-nationen/menschenrechtsabkommen/anti-rassismus-konvention-icerd/

    "Das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von rassistischer Diskriminierung wurde am 21.12.1965 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet (Resolution 2106A (XX) der Generalversammlung der Vereinten Nationen). Es trat am 04.01.1969 völkerrechtlich in Kraft.

    ICERD ist speziell auf die Verhinderung und Bekämpfung rassistischer Diskriminierung zugeschnitten und beschäftigt sich umfassend mit Herausforderungen, die in diesem Bereich existieren. Die Konvention soll sicherstellen, dass Menschen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht vor rassistischer Diskriminierung geschützt werden.

    Artikel 1 des Übereinkommens definiert rassistische Diskriminierung als 'jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird'. "
  • kokel

    8kokel schrieb am 25.03.2018, 00:34 Uhr:

    Der o.g. Artikel ist mir schon seit ca. 25 Jahren bekannt. Als ich zu der Zeit immer wieder auf Zuwiderhandlungen stieß, die als rassistisch eingestuft wurden, bin ich darauf gestoßen.
    Im Laufe der Jahre habe ich mich diesbezüglich mit vielen Personen darüber unterhalten, wobei nicht wenige ins Grübeln gerieten, als ich sie auf die Absurdität dieser Definition hinwies. Die meisten zogen danach den Begriff Diskriminierung demjenigen des Rassismus vor.

    Es gibt allerdings noch einige andere Beispiele, aus denen ähnliche Falschinformationen hervorgehen:

    1. Früher sprach man von Russland und meinte die Sowjetunion.
    2. In Geschichte wird über die Schlacht um England gesprochen. Dann stellt sich die Frage, ob zu der Zeit Wales, Schottland, Nordirland und die Insel Man neutral waren...?
    3. Oft wird der Amazonas als größter Fluss (Strom) der Erde tituliert. Er ist zwar bei Weitem der wasserreichste, jedoch nicht der längste. Deshalb müsste auch hier eine genauere Formulierung her.
    4. D. Trump hat vor den Süden Amerikas durch eine Mauer abzugrenzen. Da müsste er sich mit seinen Leuten nach Feuerland begeben... Ob ihm das Bollwerk dort was bringt, ist sehr fraglich, denn südlich davon - abgegrenzt durch die Drake-Straße - befindet sich nur noch die Antarktis und dort leben keine Menschen dauerhaft.
    5. Der Bayer läuft auch dann, wenn er geht...
    6. Im Fußball - wie auch in anderen Sportarten - werden die gegnerischen Mannschaften geschlagen anstatt besiegt... Das sollte vorläufig reichen.

    Beitrag am 25.03.2018, 00:37 Uhr von kokel geändert.
  • H. Binder

    9H. Binder schrieb am 25.03.2018, 11:19 Uhr:

    Sehr geehrter Herr Dr. Fabritius,
    vielen Dank für Ihre Stellungsnahme betreffend die Einladung deutscher Politiker zum Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Es ist bedauerlich, dass so viele Einladungen abgesagt wurden, zeigt uns aber auch, dass unser Verband längst nicht bei allen Parteien auf Sympathie stößt.
    Dessen ungeachtet wäre es an der Zeit, die unsägliche Diskussion darüber, wer nun Deutscher ist oder nicht, zu beenden. Es wäre sinnvoll, wenn Sie als promovierter Jurist unsere Landsleute verbindlich darüber aufklären.
    Darüber hinaus bitte ich Sie zu klären, ob Art. 1 des ICERD auch für die Siebenbürger Sachsen gültig ist.
    Dafür wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Harry H. Binder

  • kokel

    10kokel schrieb am 25.03.2018, 14:46 Uhr:

    H. Binder: In den Kreisen, in denen ich verkehre, ist es üblich, dass man sich für eine erhaltene Hilfeleistung anerkennend zeigt/äußert. So ging ich davon aus, dass auch Sie dies tun werden; schließlich habe ich Ihnen aus einem Dilemma verholfen, in das Sie anscheinend Jahrzehnte lang verstrickt waren. Vielleicht tun Sie es ja noch... Ansonsten muss ich mich wohl mit dem Spruch abfinden: "Undank ist der Welt Lohn".

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