12. Oktober 2017

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„Altes Neues Hermannstadt“

Das Hermannstädter Treffen findet jedes zweite Jahr in Dinkelsbühl statt. Dieses Jahr wurde im September das 18. Treffen gefeiert. Traditionsgemäß begann die Veranstaltung am Freitag mit der Mitgliederversammlung. Dagmar Zink, Vorsitzende der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt (HDH), betonte in ihrer Begrüßung die Notwendigkeit nach neuen Wegen zu suchen, um das Weiterbestehen der HDH zu sichern. Mitgliederwerbung sei dabei sehr wichtig. Die HDH werde auch in Zukunft soziale und kulturelle Vorhaben in Hermannstadt unterstützen.
Rudi Klubitschko, Geschäftsführer, stellte den Geschäftsbericht vor. Eine wichtige Aufgabe ist die Pflege der Mitgliederkartei. Leider ist es nicht gelungen jemanden zu finden, der die Homepage betreuen möchte. Gibt es in diesem Bereich keinen Hermannstädter Spezialisten, der dies gern machen würde? Schatzmeisterin Marianne Hügel präsentierte einen detaillierten Kassen- sowie Buchhaltungsbericht. Spenden wurden an das „Carl-Filtsch-Festival“ in Hermannstadt, die „Löwen­- steiner Musikwoche“, „Sälwerfäddem“, den Frauenhandarbeitskreis Hermannstadt, die Diakonische Arbeit in Hermannstadt, die Siebenbürgische Bibliothek in Gundelsheim sowie an die Brukenthalschule übergeben. Christa Schenker, die den Versand des Hermannstädter Heimatboten betreut, berichtete über die Schwierigkeiten beim Versand. 839 Exemplare werden im In- und ins Ausland verschickt.

Beim Festakt mit Kulturprogramm im Großen Schrannensaal am Samstag, Höhepunkt des Treffens, begrüßte Dagmar Zink die Ehrengäste: Astrid Fodor, Bürgermeisterin von Hermannstadt; Professor Hans Klein mit Frau, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hermannstadt; Dr. Christoph Hammer, Oberbürgermeister von Dinkelsbühl; Herta Daniel, Bundesvorsitzende der Siebenbürger Sachsen; Volkmar Gerger mit Frau, Landesvorsitzender von Niedersachsen/Bremen; Dorith Wegmann, Vorsitzende des Freundeskreises Hermannstadt-Landshut. „Altes Neues Hermannstadt“ war das Motto des diesjährigen Treffens – entweder „alt“ oder „neu“, sagte Dagmar Zink und fügte sofort hinzu: nicht entweder – oder, sondern „und“. Hermannstadt sei eine lebendige Stadt, in der das Alte bewahrt wird, und eine Stadt, die für das Neue, für Veränderungen offen ist.Beim Hermannstädter Treffen, von links: Dorith ...Beim Hermannstädter Treffen, von links: Dorith Wegmann, Herta Daniel, Volkmar Gerger, Astrid Fodor, Dagmar Zink. Foto: Christa Schenker Dr. Christoph Hammer berichtete von seinen Besuchen in Hermannstadt, von der Gastfreundschaft, die er dort erleben durfte, von den wunderbaren Freizeitangeboten und schloss mit den Worten, dass er sich dort nicht als Gast, sondern zu Hause fühle. Herta Daniel überbrachte Grüße des Verbandes und das Grußwort von Dr. Bernd Fabritius, Präsident des Verbandes sowie des Bundes der Vertriebenen (BdV). Sie erinnerte daran, wie wichtig es sei, Heimatliches zu sammeln und zu bewahren und gleichzeitig offen zu sein für das Neue. Volkmar Gerger sagte, wir seien alle aufgefordert, einen Bogen vom alten zum neuen Hermannstadt zu schlagen, und dass es unsere Pflicht sei, das alte zu ehren und zu bewahren und offen zu sein für das neue, moderne Hermannstadt. Dorith Wegmann überbrachte Grüße des Bürgermeisters von Landshut. Sie wies darauf hin, wie wichtig es ist, sich für die Heimatgemeinschaft einzusetzen, die Solidarität und das Verständnis zu stärken. Astrid Fodor überbrachte Grüße von Klaus Johannis, Präsident Rumäniens. Sie griff in ihrer Ansprache das Motto des diesjährigen Treffens auf und berichtete konkret, wie das alte Hermannstadt bewahrt wird und gleichzeitig neue, moderne Plätze und Viertel entstehen.

Der Fürther Chor unter Leitung von Rosel Potoradi eröffnete den Festakt und sang „Morgenglocke“ sowie „Angderm Lirber saß ech ist“ und beendete seinen Auftritt mit der Aufforderung „Hab Sonne im Herzen“. Stürmischen Applaus erhielt der junge Münchener Pianist Octavian Renea, Preisträger des Carl-Filtsch-Wettbewerbs, Gewinner des Steinway Förderpreises 2008, der mit seinem Klaviervortrag den Festakt musikalisch umrahmte. Hans Seiwerth, einstiger Leiter des Kammerchors „Cantores juvenes“ der Brukenthalschule und Mitbegründer der Gruppe „De Lidertrun“, begeisterte die Zuhörer mit dem Liedvortrag „Variationen von Hänschenklein“ u.a. in sächsischer, rumänischer, ungarischer, türkischer, griechischer, italienischer, spanischer, russischer, Country- und Blues-Interpretationsweise, um mit „Af deser Ierd“ nach Siebenbürgen zurückzukehren. Frieder Schuller trug den Sketch „Larissa googled Hermannstadt“ vor: ein Gespräch zwischen Larissa und ihrer Oma über Hermannstadt und seine Bewohner.

r ... Vor einem voll besetzten Saal gab es eine Diskussion rund um Hermannstadt und das von der HDH herausgegebene Buch „Hermannstadt – Fakten Bilder Worte“, das Professor Hans Klein kurz vorstellte. Dr. Konrad Gündisch, Konrad Klein, Dr. Anneli Ute Gabanyi, Rudi Klubitschko und Dagmar Zink beantworteten die Fragen des Publikums. Mit einem Film über Hermannstadt von Dr. Budrala Dumitru von 2017, den Astrid Fodor mitgebracht hatte, schloss die Veranstaltung. Der Auftritt der „Lidertrun“ war auch dieses Mal ein besonderes musikalisches Erlebnis. Mit ihrem bunt gemischten Programm aus alten und neuen, besinnlich-ernsten wie auch unterhaltsamen Liedern begeisterte sie die Zuhörer.

Im Kunstgewölbe im Spitalhof stellten die Künstler ihre Werke aus: Gerd Messmann seine großflächigen Malereien, Marietta Lutsch Aquarelle und Bilder in Acryltechnik, Christine Oster Bilder, Gudrun Scheiber Bilder zu „Altes Neues Hermannstadt“, Gudrun Albrich Datky Scherenschnitte und Ernst Seidner Fotografien. Bücher und Kunstgegenstände konnte man erwerben. Am Abend fand die Tanzveranstaltung in der Schranne statt. „Magnesia“ sorgte für gute Stimmung, Lebenslust und Freude.

Besinnlich ging es am Sonntag mit dem aus Hermannstadt angereisten Pfarrer Professor Hans Klein weiter. Das Hermannstädter Treffen fand traditionell sein Ende mit dem Gottesdienst.

Danke an alle Hermannstädter, die zu dem Treffen angereist waren, und Dank den vielen ehrenamtlichen Helfern, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben.

Gerlinde Schuller

Schlagwörter: Hermannstadt, HOG-Treffen, Mitgliederversammlung, Dinkelsbühl

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