Isabelle Kusari - Mezzosopran- Veranstaltung zum Gedenken ... Ost- und Südostdeutschen/ Vertreibungsgebiete.

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Erstellt am 19.07.2019, 11:26 Uhr
Isabelle Kusari - Mezzosopran



https://www.isabelle-kusari.de/deutsch/konzerttermine/



Bayern. München. Eine Veranstaltung zum Gedenken an die deutschen Opfer der Ost- und Südostdeutschen Vertreibungsgebiete.

Am Freitag, den 19. Juli 2019, um 16.00 und 19.00 Uhr im Haus des Deutschen Ostens - Am Lilienberg 5 - 81669 München. Dort im Saal 202/204. Im 2. Stock.

Bitte Info an weitere Bekannte/ Interessierte weitergeben!
Erstellt am 22.07.2019, 14:18 Uhr
Schade, dass nur ca. 5 Sachsen dabei waren (insgesamt nur ca. 40 Leute).
Es wurde nur die Siebenbürgen- Hymne gesungen bzgl. Rumänien- Vertriebenen & Spätaussiedlern, ansonsten quer Beet, von Ost- und West- Preußen, Pommern, Danzig, Riga, dann Schlesien, Prag (für das Sudetenland), die Wolgadeutschen, Schwarzmeerdeutschen, Siebenbürgen, Donauschwaben. Zuletzt 2 christliche Lieder und die deutsche Staatshymne. Auch mehrere Gedichte wurden vorgetragen.

Weiteres zu dem Thema- nur einige Links und Tips:

- Charta der deutschen Heimatvertriebenen
https://de.wikipedia.org/wiki/Charta_der_deutschen_Heimatvertriebenen

Wer wusste, dass es diese gibt? Wird ja Alles fast totgeschwiegen! Obwohl, 15 Mio Vertriebene bei einem Volk von heute über 80 Mio ist immerhin fast 25%- also wirklich keine Kleinigkeit!
Wenn man bedenkt, was Alles an Menschen in den seit damals- 1950- vergangenen 7 Jahrzehnten zu Flüchtlingen geworden ist- man zweifelt daran, dass der Mensch/ die Menschheit aus der Geschichte lernen kann und will!

- Nachlesen kann man Vieles über diese umfassenden und offenbar oft von oben diktierten Vertreibungen/ Aktionen inkl. Massenmorde & Vergewaltigungen, sogar z.T. als Völkermord qualifiziert, im Buch von:

Erika Steinbach, „von 1998 bis November 2014 Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV).[1]”

(Ihr Nachfolger ist Bernd Fabritius.)

Erika Steinbach: Die Macht der Erinnerung. 2. überarbeitete und ergänzte Auflage. Universitas-Verlag, München/Wien 2011, ISBN 978-3-8004-1495-6.

Das Buch ist schwer zu lesen- sooo viel Grauen , gebündelt, ist schwer zu ertragen!

Es scheinen um die 15 Mio. Vertriebene gewesen zu sein, davon sind wohl min. 20 - 25% insgesamt unterwegs zugrunde gegangen/ gestorben! Also mehr als genug Grund, auch hierfür ein Denkmal zu errichten- wofür und für Vieles andere sich Frau Steinbach eingesetzt hat. Eine tolle Frau & Politikerin- mein Eindruck, lt. ihrer Biographie in Wikipedia!

Am Ende des Buches sind Zahlenangaben zu den jeweiligen Vertreibungsgebieten.

Frau Kusari's Darbietung war noch der schönere Teil dessen, auf was man stößt, wenn man sich mit dieser Thematik auch nur ganz ein wenig beschäftigen will! Ich danke ihr, dass sie sich bemüht, unser Gedenken an All dies zu erhalten!
Erstellt am 22.07.2019, 14:50 Uhr
Noch eine Website hierzu (sicherlich mag es noch mehr geben):

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung#Flucht_und_Vertreibung_der_Deutschen_von_1941_bis_1950

Vertreibung
Erstellt am 22.07.2019, 18:29 Uhr
Tatsächlich gibt es massenhaft Links zu diesem Thema! Hier nur einige derselben, bei Wikipedia:

1. Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950
https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_und_Vertreibung_Deutscher_aus_Mittel-_und_Osteuropa_1945%E2%80%931950
2. Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei
https://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung_der_Deutschen_aus_der_Tschechoslowakei
3. Heimatvertriebener (Bundesvertriebenengesetz)
https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatvertriebener_(Bundesvertriebenengesetz)
4. Vertriebener (Bundesvertriebenengesetz)
https://de.wikipedia.org/wiki/Vertriebener_(Bundesvertriebenengesetz)
5. Verwundeten- und Flüchtlingstransporte über die Ostsee 1945
https://de.wikipedia.org/wiki/Verwundeten-_und_Fl%C3%BCchtlingstransporte_%C3%BCber_die_Ostsee_1945
6. Bierut-Dekrete
https://de.wikipedia.org/wiki/Bierut-Dekrete
7. Beneš-Dekrete
https://de.wikipedia.org/wiki/Bene%C5%A1-Dekrete
8. AVNOJ-Beschlüsse
https://de.wikipedia.org/wiki/AVNOJ-Beschl%C3%BCsse
9. Wolfskind (Zweiter Weltkrieg)
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfskind_(Zweiter_Weltkrieg)

Man kann nur - weiterhin- beten, dass so etwas nie wieder vorkommt. In Europa zumindest!
Erstellt am 22.07.2019, 21:38 Uhr und am 22.07.2019, 21:39 Uhr geändert.
Wer wusste, dass es diese gibt? Wird ja Alles fast totgeschwiegen!


Unsinn und Nonsens.

Das Thema Flucht und Vertreibung gehört sicherlich zu den am besten erforschten Themen der deutschen Geschichte. Angefangen mit der vielbändigen "Dokumentation der Vertreibung" aus den 1950er Jahren über die beim Siedler-Verlag erschienene Reihe "Deutsche Geschichte im Osten Europas" bis hin etwa zum vielfach beachteten Buch von A. Kossert "Kalte Heimat" und schließlich hin zu den vielen Egozeugnissen der Flüchtlingen und Vertriebenen sowie auch den ZDF-Filmen von G. Knopp: wer lesen will, kann sich für Monate verbarrikadieren und lesen.

Die Charta der Vertriebenen von 1949/50 ist ein revisionistisches unverschämtes Machwerk, das offenbart, dass die Autoren nichts dazugelernt haben.-
Erstellt am 23.07.2019, 16:59 Uhr
@bakban, deine untere Bemerkung hat Neugier in mir erweckt:

„Die Charta der Vertriebenen von 1949/50 ist ein revisionistisches unverschämtes Machwerk, das offenbart, dass die Autoren nichts dazugelernt haben.“

So habe ich "gegoogelt" und konnte z. Bsp. folgendes nachlesen:

Sie nennt „Pflichten und Rechte“ der Flüchtlinge und Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949 die deutschen Ostgebiete und andere Länder Ost- und Südosteuropas verlassen mussten. Unter diesen Rechten und Pflichten wird vor allem der Verzicht auf Rache und Vergeltung für die Vertreibung verstanden, das Schaffen eines geeinten Europas und die Beteiligung am Wiederaufbau Deutschlands und Europas.
https://de.wikipedia.org/wiki/Charta_der_deutschen_Heimatvertriebenen
Erstellt am 23.07.2019, 17:19 Uhr und am 23.07.2019, 17:21 Uhr geändert.
Mal aus einer anderen Perspektive gesehen, ein aktueller Bericht in der ADZ:
https://adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/saechsische-selbstbesinnung

„Diese hohe Einschätzung der Siebenbürger Sachsen durch einen auswärtigen Zeugen war der Grund dafür, dass gut 80 Jahre später auf Boners Beobachtungen zurückgegriffen wurde. 1945, als durch Deportation, Enteignungen und völlige Entrechtung der deutschen Bevölkerung in Rumänien, die gewachsenen Strukturen schwer erschüttert und weithin aufgelöst waren, wagte es Herman Roth, der nur einem begrenzten Kreis literarisch Interessierten bekannt war, eine Reihe von schmalen Heften unter dem Titel „Sächsische Selbstbesinnung“ herauszugeben, um den völlig verunsicherten Leuten nicht nur etwas Trost zuzusprechen, sondern um ihnen zu einer neuen Orientierung zu verhelfen.“
Und hier eine evtl. Lektüre (auch für @Bernd 1946?)
Herman Roth: „Charles Boner und die Siebenbürger Sachsen“, Hg. Hermann Fabini, Monumenta, Hermannstadt 2018, 132 S., ISBN 9783946954552, Lei 35 / Euro 11,90.
Erstellt am 23.07.2019, 22:04 Uhr und am 23.07.2019, 22:04 Uhr geändert.
Und hier eine evtl. Lektüre (auch für @Bernd 1946?)Kann es sein, dass der @Bernd1946 und unser @carli sich kennen ?
Erstellt am 24.07.2019, 08:49 Uhr
Das ist eine gute Frage, vieleicht wird es uns ja noch verraten ;-)...auf jeden Fall stehen beide zusammen auf die einseitige Berichterstattung der www.zinnen...bla, bla...ein bisschen Werbung für nichts.
Erstellt am 24.07.2019, 13:02 Uhr und am 24.07.2019, 13:20 Uhr geändert.
1. Schon wieder geht die Polemik los! Da vergeht einem die Lust, noch etwas zu schreiben!^

2. „Die Charta der Vertriebenen von 1949/50 ist ein revisionistisches unverschämtes Machwerk, das offenbart, dass die Autoren nichts dazugelernt haben.“

So ein Unsinn! Der Mann hat die Charta offenbar nie gelesen!

3. Seltsam- ich habe nur nach einem Kommentar bzgl. "Zinnenwarte" gefragt, habe selbst keineswegs den gesamten oder auch nur einen größeren Teil des Textes gelesen- und schon wird mir unterstellt, ich sei derselben Meinung und vertrete sie!

Dass man nicht einmal etwas sagen kann/ ggf. sogar seine Meinung äußern kann (auch wenn die falsch sein sollte), ohne gleich angegriffen und in irgendeine Ecke oder Schublade gestoßen/ eingeordnet zu werden- das ist schlimm! DEMOKRATIE ist da meines Erachtens aber wirklich etwas anderes!

OK, das war's!

Frage, dennoch:
Wer ist denn dieser "Charles Boner"? Wikipedia gibt da Nichts her! Oder sollte es dieser sein:
'Charles Boner (* 29. April 1815 in Bath; † 9. April 1870 in München) ???
Er war immerhin in Siebenbürgen, hat darüber geschrieben- und die "80 Jahre" passen auch, von 1863 - 1945 (ca.).
Erstellt am 24.07.2019, 16:16 Uhr und am 24.07.2019, 16:26 Uhr geändert.
1. Das mit der Charta war der @bankban.

2. Wenn du so eine polemische Seite wie die Zinnen bla bla hier einstellst, hast du dir sicherlich etwas davon versprochen. Wenn du von Anfang an deine Motivation Preis gibst, kannst du jeglicher Unterstellung vorbeugen.

Wie @Gustavo bereits sagte, ist es richtig und wichtig, dass wir die Vergangenheit im 2. WK aufarbeiten und unsere Schlüsse daraus ziehen. Dieses wird ohne Zweifel auch getan.

Jedoch kann ein seriöser Historiker, nicht einerseits über das Verschulden der Siebenbürger Sachsen schreiben, andererseits aber den signifikanten Teil der Geschichte weglassen, welche Rolle Rumänien im 2. WK gespielt hat, wie das damals war, mit der Kollektivschuld für Kriegsentschädigung u.s.w.

3.
Frage, dennoch: Wer ist denn dieser "Charles Boner"?

Im Artikel der ADZ wirst du aufgeklärt:
https://adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/saechsische-selbstbesinnung

Boner war ein englischer Schriftsteller, der sich in den Jahren 1863-1864 in Siebenbürgen aufhielt und die sächsischen Siedlungen von West bis Ost und von Süd bis Nord bereiste. Seine Eindrücke waren vorwiegend positiv, vor allem war er überrascht von der damals noch funktionierenden sächsischen Selbstverwaltung, sowie vom Gemeinschaftssinn der Bauern und Bürger und vom verhältnismäßig hohen Niveau der Lehrer und Pfarrer, welche er geradezu als Apostel der Verbreitung von Erkenntnissen und sittlicher Haltung bezeichnete.

Übrigens ist heute auch in der SBZ ein interessanter Bericht zum Buch erschienen.
Erstellt am 24.07.2019, 18:56 Uhr
Gustavo, bitte nicht schon wieder!
Mal abgesehen davon, dass es völlig egal ist, wer wer ist und wieviele, weil man einfach auf das antworten kann, was der betreffende User schreibt, gebe ich dir einen Tipp: vergleich mal den Stil!
Erstellt am 24.07.2019, 20:07 Uhr
@Bernd1946: Schon wieder geht die Polemik los! Da vergeht einem die Lust, noch etwas zu schreiben
@charlie: Gustavo, bitte nicht schon wieder!

Richtig, _Gustavo, befolge den Rat und vergleiche mal den Stil!

Stilvoll den Lesern was vormachen...Ganz "seriös" und "unschuldig".
Als ob es keine stilvoll täuschende "Verkleidung" durch geschriebene Sprache gäbe.
Schönster gefakeder Schreibstil!

Einfach auf's Wort glauben - dem lieben Nachbarn mit seinen stilvoll watschelnden Enten...

Wie war das noch mit dem im Brustton zutiefst ehrlicher Überzeugung schriftlich vorgesetzter Zeitungs...Enten?

Aber natürlich auch Sinn für Witz...für echt heimatlich witzige Witze am Laufband von 1. bis 10. ...
Erstellt am 24.07.2019, 23:54 Uhr
Leider gibt es Menschen die sich in ein psychisches Gefängnis einmauern und lebenslang darin schmoren.
Ich bin kein Psychologe, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass Vergebung ein guter Weg aus der Krise sein könnte, vielleicht gibt es ja alte Wunden, wer weiss.
Ob die betroffene Person sich irgenwann mit seinen "Peinigern" versöhnen kann, oder nicht, ist eine Frage der eigenen Entscheidung. Wie denkst Du darüber @charlie ?
Erstellt am 25.07.2019, 06:25 Uhr und am 25.07.2019, 06:26 Uhr geändert.
@ Bernd 1946:

Du schreibst über mich und das von mir Geschriebene: So ein Unsinn! Der Mann hat die Charta offenbar nie gelesen!


Ich habe die Charta schon von Berufs wegen schon vor über einem Jahrzehnt gelesen, über sie nachgedacht und habe sie nicht, wie du offensichtlich, erst vor wenigen Tagen entdeckt. Ich habe auch die weiter oben erwähnten Bücher zur Thematik der deutschen Ostvertriebenenen teilweise oder ganz gelesen und über sie nachgedacht.

Eine profunde, kritische und treffende Analyse der Charta, der ich zustimme, lieferte Ralph Giordano in der sicherlich nicht als ultralinks anzusehenden Tageszeitung die Welt. Seine Kritikpunkte lassen sich durchaus problemlos mit meiner Charakterisierung "revisionistisches Machwerk" in Einklang bringen:

Ein klassisches Zeugnis deutscher Verdrängungskünste

Tatsächlich ist sie ein klassisches Zeugnis deutscher Verdrängungskünste, ein Paradebeispiel geschichtlicher Selbstentsorgung. Findet sich in ihrem Text doch kein Wort von dem, was der Vertreibung vorangegangen war – als habe sie in einem historischen Vakuum stattgefunden. Die apokalyptische Vorgeschichte der Vertreibung wird ausgeblendet. Dabei rauchten 1950 die Massengräber noch, waren die Wunden, die der deutsche Angriff auf Europa geschlagen hatte, noch frisch.

Wer aber nach ihren Urhebern sucht, der fahndet vergebens. Die „Charta“ kappt jede Kausalität zwischen Ursache und Wirkung, ignoriert die Chronologie des Schreckens und exkulpiert damit die Primärverantwortlichen für Vertreibung und Heimatverlust – Hitler und das nationale Kollektiv seiner Anhänger.


Die Berührungsängste gegenüber der Nazizeit sind mit Händen zu greifen. Kein Wunder, wenn man sich anschaut, wer damals dem Bund der Vertriebenen (BdV) aktiv angehörte und oft genug das große Wort führte – erklärte Antisemiten, bekennende Revanchisten, ehemalige SS-Sturmbannführer, sogenannte Volksgruppenführer, einstige „Umsiedlungskommissare“, ja, Mitarbeiter der Berliner Mordzentrale Reichssicherheitshauptamt – eine unvollständige Liste.

Verstörend die Dreistigkeit, mit der sich damals schwer belastete Anhänger des Naziregimes im BdV tummeln konnten. Was Wunder also, dass in der „Charta“ jeder Hinweis auf deutsche Verbrechen fehlt.


Eine Gruppe taucht in ihr überhaupt nicht auf – die Vertriebenen der ersten Stunde, also die irrtümlicherweise Emigranten genannten vor allem jüdischen Deutschen, die nach 1933 aus berechtigter Furcht um Leib und Leben geflohen waren. Bezeichnenderweise ist den Vätern der „Charta“ der Gedanke an sie gar nicht erst gekommen. Der Blick der Verfasser ist ausschließlich auf deutsches Leid begrenzt. Was in zwei Kernsätzen der „Charta“ kulminiert. Der eine:

„Die Völker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am Schicksal der Heimatvertriebenen als der vom Leid der Zeit am schwersten Betroffenen empfinden.“

Am schwersten? Können da vielleicht auch Überlebende mithalten, die ihre Familien im Gas verloren hatten, Juden, Polen, Sinti und Roma? Welche Arithmetik liegt dieser Selbsterhöhung zugrunde, wie wird hier ge- und verrechnet? Aber es kommt noch schlimmer, mit dem zweiten Kernsatz:

„Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung.“

Worauf, um Himmels willen, verzichten die Vertriebenen? Was, um Himmels willen, soll das heißen? Darf man fragen, wer da von deutscher Rache und Vergeltung verschont geblieben ist? Und wie sie sich geäußert hätte, wenn nicht hochherzig auf sie verzichtet worden wäre? Noch einmal einschlagen auf die Bevölkerung von Ländern, die gerade von deutscher Herrschaft befreit worden waren?

Die Wahrheit: Hier wird auf etwas „verzichtet“, was gar nicht ausführbar gewesen wäre, wird ein realitätsfernes Konstrukt aufgezäumt, dessen einziger Sinn darin besteht, die hohe Moralität seiner Erfinder zu preisen. Das, und nichts anderes, steckt hinter dem stets im Brustton großmütigen Verzeihens vorgetragenen Gewaltverzicht, der Deutschland zum Gläubiger, gerade entokkupierte Länder aber zu Schuldnern der Geschichte machen will. Dieser von innerer Unaufrichtigkeit gezeichnete „Verzicht“ ist der eigentliche Skandal der „Charta“.


DIE WELT: Giordano - Charta

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