Mangel an Vertrauensverhältnis

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Erstellt am 10.03.2011, 10:35 Uhr

Vollversammlung des Zeidner deutschen Ortsforums wählte Vorsitzenden und Vorstand

Seit der vor fünf Wochen stattgefundenen Begegnung der Zeidner mit dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt (DFDKK), Wolfgang Wittstock, und der dabei für den 3. März 2011 einberufenen Vollversammlung des Ortsforums sollte Klarheit bezüglich der organisatorischen Tätigkeit geschaffen werden, der Bericht des Vorsitzenden des Ortsforums, Erwin Albu ausgearbeitet um vorgelegt zu werden. Einen Bericht hatte er nun auch bereit, doch nicht schriftlich. In seine Auslegungen bezog sich Albu dabei vor allem auf seine Tätigkeit im Stadtrat von Zeiden, da es eine Teamarbeit des Forumsvorstandes seit Jahren nicht mehr gibt. Auch hatte er eine Liste von Forumsmitgliedern bereit, deren Korrektheit auch zu wünschen übrig lies, da sie vom Vorstand nicht gezeichnet war, wie Benjamin Jozsa, Geschäftsführer des Siebenbürgenforums feststellte. Sowohl dieser als auch der DFDKK-Vorsitzende Wolfgang Wittstock wollten Klarheit schaffen über die wahlberechtigten Teilnehmer an der Sitzung. Im Artikel 6 der eignen Satzung die 2005 gerichtlich eingetragen und das Ortsforum somit zur juristischen Person legitimiert, heißt es: „Die Eigenschaft als Mitglied des Demokratischen Forums der Deutschen in Zeiden/Codlea kann von jedem rumänischen Bürger der der deutschen Minderheit angehört, beantragt werden, wenn er beweist, der deutschen Minderheit durch Kenntnis der deutschen Sprache anzugehören, und den Wohnsitz im Munizipium Zeiden hat“. Doch Erwin Albu sieht gerade diese Grundbestimmung sehr großzügig, so dass mehrere Anwesende vorläufig nicht die Grundvoraussetzung erfüllten, deutsch zu sprechen. Man habe niemandem die Türe zugemacht, war sein Argument.
Nicht zu leugnen: Erwin Albu hat als Mitglied im Stadtrat von Zeiden seitens des Deutschen Ortsforums – bis 2008 war auch Rudolf Rekkert im Stadtrat – sich für mehrere Belange der sächsischen Gemeinschaft eingesetzt und allgemein für die Stadt. Doch, wie Klaus Dieter Untch betonte, der auch anfangs im Vorstand war, gab es keine monatliche Treffen des Vorstandes, das Vertrauensverhältnis mit Erwin Albu war nicht mehr da, es fanden keine Wahlen nach zwei Jahren statt, so dass weder der Vorsitzende, noch der Vorstand weiterhin demokratisch legitimiert waren. Paul Jacob betonte, sich aus der Forumstätigkeit zurückgezogen zu haben, da er nicht mehr glaubwürdig sein konnte, wenn alles im Alleingang geschah. „Mit den Tanzgruppen ist nicht genug“ betonte Georg Schirkanyer und „wenn Du den Anspruch hast, Vorsitzender zu sein, tue dass nicht aus eigenen Interessen“. „Als Mitglied im Stadtrat seitens des Deutschen Forums müssten Sie auch Begegnungen haben mit denen die Sie vertreten“ füge Horst Schuller hinzu.
Wolfgang Wittstock fasste dann die Dinge zusammen, damit die anschließend gewählten Gremien eine aktive Tätigkeit aufweisen können. Beim Sitz des Ortsforums muss es Ansprechstunden geben, die Satzung muss überarbeitet werden, da sie Fehler und Widersprüche enthält, ein Mitgliedsbeitrag muss eingeführt werden, erforderlich ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit in deutscher Sprache mit der deutschsprachigen Presse, deutsche Sprache und Kultur müssen gepflegt werden. Erwin Albu ist ein fähiger Kommunalpolitiker und man muss schon an die Wahlen 2012 denken, doch eventuelle Kandidaten für den Stadtrat seitens des Ortsforums müssen von der Vollversammlung genehmigt werden. Die Vollversammlung nahm anschließend den Beschluss über die Beiträge an die ab 1. März 2011 gezahlt werden sollen: 2 Lei/Monat für Berufstätige und Rentner, 1 Lei für Studenten und Schüler.
Schließlich konnte man, nach weiteren widersprüchlichen Meinungen, zu den Wahlen schreiten. Als Vorsitzende des Ortsforums stellten sich Erwin Albu und Paul Jacob zur Wahl wobei Albu eine Stimme mehr als sein Gegenkandidat erzielte und somit zum Vorsitzenden des Ortsforums gewählt wurde. Vor dem Wahlgang hatte er erklärt, falls er siegen werde und nach sechs Monaten nicht eine zufriedenstellende Tätigkeit aufweisen könne, werde er sich aus dem Amt zurückziehen. Elf Kandidaten stellten sich für die weiteren vier Plätze im Vorstand zur Wahl. Von diesen wurden Paul Jacob, Pfarrer Andreas Hartig, Sandra Nicolescu und Andreea Miron gewählt. Nun gibt es die demokratische Legitimität. Der Vorsitzende hat hoffentlich die Konsequenzen gezogen und wird mit dem Vorstand in gemeinsamer Arbeit in der Richtung wirken die von der Zeidner Gemeinschaft allgemein erwartet wird.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung zeigte Richard Sterner, Geschäftsführer des DFDKK, den Dokumentarfilm „Von Rittern und Burgen im Burzenland“ von Hannelore und Erwin Kraus.
(Dieter Drotleff / Karpathenrundschau - Kronstadt 10.03.2011)
Erstellt am 14.04.2011, 20:16 Uhr
Hier ein Brief zu diesem Thema von Horst Schuller aus Zeiden:

Liebe Freunde, ich hatte schon immer ein Problem mit der Moderne, siehe Handy, Internet und Emailadresse. Da ich noch nicht facebookreif bin, bleibe ich bei dem altbewährten Email.

Der Auslöser meines Problems war das Thema Zeidner Forum. Ihr Zeidner wißt bescheid und einige mehr als ich.

Ein Mensch will Bürgermeister werden, auch wenn er bei dem Versuch, kürtöskalacs zu verkaufen, versagt. Aber er weiß, dass das auch so geht, seit zwanzig Jahren beweist ihm das die rumänische Politszene. Und weil er im Namen einen Buchstaben hat, der weder aus dem Slawischen noch Lateinischen kommt, weil in Hermannstadt gerade Deutsch wieder salonfähig ist, macht er sich sein Deutsches Forum. Holt sich den Stempel und nennt sich Forumsvorsitzender. Wird wiederholte Male Stadtrat, nimmt Stellung und iniziiert als Vertreter der Deutschen in Zeiden, ohne jemals die Meinung der Vertretenen wissen zu wollen. Streit bringt er überall mit. Sichert seine Wiederwahl durch Vergabe der Mitgliederausweise an Nichtdeutsche, widersetzt sich dem Gebrauch des Deutschen als Verhandlungssprache. Ist Initiator von Protestaktionen am Rande der Legalität, spektakulär bis zur Peinlichkeit.
Wer die Satzung des Forums, dessen Untergliederung er seine Organisation betrachtet und Namen gebraucht, durchliest, findet genügend Gründe, das Zeidner Forum aufgelöst zu betrachten und gegen die Person eine gerichtliche Anklage zu erheben.
Die Mittel der einfachen Mitglieder sind beschränkt auf die Wahlstimme innerhalb, der Rest könnte von übergeordneten Organisationen erledigt werden. Die tun nichts, obwohl die Lage seit Jahren bekannt ist. Vielmehr lassen sie zu verstehen, dass man die Situation akzeptieren sollte, man hat doch einen erfolgreichen Stadtrat.

Vergessen wir die Person wie wir einen Virus nicht beachten. Schauen wir uns das Imunsysthem an, ob es funktioniert und in welche Richtung, in diesem Fall das Forum. So wie ich das geschildert habe sieht es aus als hätte das Forum durch die Führungsstrukturen die Wahrung der Identität und des Image auf dem Altar der kleinen Politik geopfert.

Die Zeidner Angelegenheit hat auch bewiesen, dass der Begriff Forum die meisten Sachsen nicht interessiert. Ist das Forum dann noch berechtigt, in ihrem Namen zu sprechen und zu handeln? Muß sich etwas ändern in der Forumsarbeit? Wenn die Änderung nicht möglich ist, brauchen wir etwas anderes?

Was ist wahr an dem, was ich schrieb? Was sehe ich falsch? Laßt uns darüber nachdenken und Gedanken austauschen, ob wir betroffen sind oder nur weit genug entfernt, um objektiv sein zu können. Ich bitte bloß um eine erste Antwort, wer einen besseren Rahmen für die Diskussion sichern kann, soll es tun. Wenn dieser Rahmen facebook heißt, will ich mich fügen.

Acestea fiind spuse, macht es gut und sagt es weiter.

Horst Schuller, Zeiden/Codlea

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